Hyaluronsäure Akne & Aknenarben

· Sandy Lietz · Noch kein Kommentar.

Hyaluronsäure (hyalos: griechisch-lateinisch für durchscheinend, glasartig), auch als Hyaluronan oder kurz HA bezeichnet, ist ein Glykosaminoglykan und in Haut sowie Bindegewebe jedes Menschens enthalten (etwa 15 g). Sie sorgt u.a. für ein straffes und glattes Hautbild und dient als Schmiermittel der Gelenke. Sie wird von letzteren sowie der Haut (dort findet sich mit 50% der höchste Anteil) selbst produziert und ist ein Hauptbestandteil des zwischen den Hautzellen liegenden Füllmaterials (Bindegewebsmatrix, extrazelluläre Matrix). Die Substanz kommt in nahezu identischer Form aber nicht nur im Menschen, sondern auch in Tieren und sogar Bakterien vor.

Hyaluronsäure stützt Kollagen- und Elastinfasern sowie Strukturproteine. Chemisch betrachtet bildet Hyaluronsäure eine Kette aus Zuckermolekülen (Polysaccharid), die größere Mengen Wasser speichern können. Ein Hyaluronsäure-Molekül kann das 6000fach mehr Wasser binden, als es selbst wiegt und wird aus diesem Grund häufig auch als “Wassermagnet” bezeichnet.

Hyaluronsäure wird in der Medizin und Kosmetik erfolgreich bei der Behandlung von Gelenken, bei Augentrockenheit, bei der Unterspritzung von Falten, Lippen, aber auch bei der Behandlung von Narben, bspw. durch eine Akne, eingesetzt. Aufgrund der besonders guten Verträglichkeit können meist sogar Patienten mit extrem empfindlicher Akne-Haut Hyaluronsäure innerlich und äußerlich anwenden.

Aufgaben von Hyaluronsäure

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure © kubais / Bigstock.com

Hyaluronsäure dient als Schmierstoff, speichert Feuchtigkeit und unterstützt den Körper beim Transport von Nährstoffen. Darüber hinaus verhindert sie Entzündungen. Sie ändert je nach Beanspruchung ihre Konsistenz und verflüssigt sich bei stärkerer Belastung.

Hyaluronsäure übernimmt im Körper gleich mehrere wichtige Aufgaben:

  • Wasserspeicherung: Hyaluronsäure kann bis zu sechs Liter Wasser pro Gramm binden. Der Glaskörper des menschlichen Auges besteht aus 98 Prozent Wasser, die an nur zwei Prozent Hyaluronsäure gebunden sind.
  • Widerstand gegen Druck: Wasser ist nicht komprimierbar und gibt diese Eigenschaft auch an Gewebe weiter, welches viel Hyaluronsäure enthält. Hyaluronsäure ist im menschlichen Körper von Natur aus enthalten, nimmt aber im Laufe der Jahre immer mehr ab. So enthält die Haut mit 40 nur noch etwa 60 Prozent der anfänglichen Menge an Hyaluronsäure (mit 60 sogar nur noch ca. 10 %!). Es kommt zur Bildung erster Fältchen. In der modernen Kosmetik wird dieses Defizit an Hyaluronsäure, der “Volumenverlust der Haut”, durch die Unterspritzung von Falten aber auch bei Aknenarben ausgeglichen. Die Haut gewinnt dadurch wieder an Elastizität und sieht glatter aus. Neben der Injektion wird Hyaluronsäure auch in Cremes verarbeitet, da die Säure der Haut die Möglichkeit gibt, Feuchtigkeit länger zu speichern.
  • Schmiermittel: Hyaluronsäure wird als Schmiermittel für die Gelenke benötigt und ist Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit (Synovia). Bei arthrosegeschädigten Gelenken wird häufig Hyaluronsäure eingesetzt.
  • Unterstützung der Zellen: Hyaluronsäure hält für wandernde Zellen die Zellzwischenräume frei und unterstützt so die natürliche Bewegung. Darüber hinaus spielt Hyaluronsäure eine Rolle bei der Zellteilung und schützt die Zellen, aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung, vor freien Radikalen.
  • In der ästhetischen Medizin wird Hyaluronsäure zur Unterspritzung von Falten, Lippen und Aknenarben eingesetzt. Hyaluron wird zur Stabilisierung verwendet, der Effekt bleibt 6–12 Monate erhalten.

Geschichte

Die Hyaluronsäure wurde erstmals von Palmer und Meyer erwähnt, die 1934 in den Glaskörpern von Rinderaugen eine klare, viskose Flüssigkeit entdeckten und die Substanz aufgrund der enthaltenen Uronsäure als Hyaluronsäure bezeichneten. Im Jahre 1942 wurde die Säure erstmals kommerziell durch Endre Balzas genutzt, der das Patent auf die Nutzung von Hyaluronsäure als Ersatz für Eiweiß in Backwaren anmeldete. Balzas gilt auch heute noch als führender Experte, auf den zahlreiche Erkenntnisse über die HA zurück gehen.

Hyaluronsäure Herstellung

Hyaluronsäure wurde früher vor allem tierisch aus Hahnenkämmen gewonnen. Es kann aber mittlerweile ebenso vegetarische Hyaluronsäure hergestellt werden. Menschen, die auf tierisch gewonnene Hyaluronsäure allergisch reagieren oder auf tierische Produkte verzichten möchten, können auf eine solche synthetische Variante zurückgreifen. Diese wird mit Hilfe von Bakterien (Streptococcus zooepidemicus) durch Fermentation von extrazellulären Proteinen aus Hefe (Saccharomyces cerevisiae) hergestellt. Durch die Fermentation wird das Molekulargewicht der Hyaluronsäure erhöht und die wasserbindende Fähigkeit verbessert. Auf Grundlage neuester Forschungsergebnisse ist bekannt, dass die vegetarische Hyaluronsäure mit ihrem HA Molekül den Magen unbeschadet durchwandert und vom Dünndarm optimal aufgenommen wird. Zudem wird so das Problem von Verunreinigungen durch Tiereiweiß umkurft.

Hyaluronsäure Bedarf & Dosierung

Hyaluronsäure ist in vielen Geweben des Körpers vorhanden und wird vom Körper normalerweise selbst produziert. Sie hat allerdings nur eine Halbwertszeit von drei Tagen – in der Haut möglicherweise sogar von nur einem Tag. Aus diesem Grund muss sich der Körper ständig selbst wieder mit HA versorgen. Ebenso kann es bei gestressten Menschen und Rauchern zu einem Mangel an Hyaluronsäure kommen.

Um besonders die Haut zum Beispiel beim Heilungsprozess während und nach Akne zu unterstützen, kann seit ein paar Jahren Hyaluronsäure, neben der äußerlichen Anwendung auch oral eingenommen werden. Davor war die orale Einnahme nicht möglich, da es sich bei Hyaluronsäure um ein großes Molekül mit hohem Molekulargewicht handelt, das der Körper nach oraler Einnahme nicht aufnehmen und zu Haut und Gelenken transportieren konnte. Wissenschaftlern ist es nach intensiver Forschung jedoch gelungen, ein spezielles Verfahren zu entwickeln, welches dem Körper die orale Aufnahme über Nahrungsergänzungsmittel ermöglicht.

Seitdem werden Untersuchungen mit Hyaluronsäure durchgeführt. Die Ostuma University in Japan untersuchte zum Beispiel in einer Studie an 96 Frauen im Alter zwischen 22-65 Jahren die Wirkung der zusätzlichen Einnahme von Hyaluronsäure über 45 Tage. Am Ende der Studie hatte sich bei 80% der Frauen der Feuchtigkeitsgehalt der Haut verbessert. Die Studien und der Bedarf an Hyaluronsäure sind jedoch umstritten. Eine genaue Angabe zur Dosierung gibt es nicht. Im Schnitt werden von Ärzten und Heilpraktikern als tägliche Dosis zwischen 50-200 mg empfohlen.

Reine Hyaluronsäure hat keine bekannten Nebenwirkungen und wird in der Regel vom Körper gut aufgenommen. Menschen mit chemischen Abnormalitäten wie Mitralklappenprolaps, TJM oder Osteoarthritis sollten vor der Einnahme von Hyaluronsäure ihren Arzt oder Heilpraktiker fragen. Die Aufnahme von Hyaluronsäure ist zum Beispiel über Nahrungsergänzungsmittel wie Hyaluronsäure Kapseln möglich. In Deutschland gibt es zahlreiche Anbieter für tierische und vegetarische Hyaluronsäure. Aknepatienten sollten sich vorab gut über die Inhaltsstoffe der Präparate informieren.

Wirkung bei Akne

Hyaluronsäure wird seit Jahren aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung, besonders auch auf die Haut sowohl oral als auch transdermal, verwendet. Die Kosmetikindustrie hat entdeckt, dass Hyaluronsäure die Haut vor dem Altern schützt und ihr durch die Unterstützung der Hydration dabei hilft, Akne auf natürliche Weise zu mildern. Durch die Einnahme von Hyaluronsäure kann die Akne-Haut wieder mehr Feuchtigkeit speichern, die Spannkraft wird erhöht und die Bildung von Kollagen und Elastin angeregt. Hyaluronsäure kann sowohl in Form von Creme, Lotion oder Ampullen aufgetragen werden als auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Unterspritzung von Aknenarben mit Hyaluronsäure.

Orale Einnahme

Empfehlungen von Heilpraktikern zufolge sollte zur Unterstützung der Haut bei Akne zweimal täglich 2 Kapseln mit 100 mg Hyaluronsäure für 4 Wochen eingenommen werden. Danach kann die Dosis auf 2 mal 1 Kapsel pro Tag reduziert werden, bis die Akne sich verbessert. Hyaluronsäure verbessert die Feuchtigkeitsversorgung der Haut und stärkt die elastischen Kollagenfasern.

Topische Anwendung

Äußerlich angewendet kann Hyaluronsäure verwendet werden, um trockener und gereizter Akne-Haut die notwendige Feuchtigkeit und Frische zurückzugeben. Hier macht man sich die guten Speichereigenschaften der HA Moleküle zu Nutzen. Ein entsprechendes Präparat ist zum Beispiel die Frei Hyaluron Aktiv Feuchtigkeitscreme.

Unterspritzung und Laser bei Aknenarben

Da Hyaluronsäure besonders hautverträglich ist, kann eine Unterspritzung besonders bei atrophen Akne-Narben (eingesunkene Aknenarben) sinnvoll sein. Aknepatienten berichten im Netz von den gut sichtbaren Erfolgen, die meist vollkommen nebenwirkungsfrei sind. Die Haut wird wieder aufgefüllt und eingefallene Narben “aufgepolstert”. Nachteil der Methode ist jedoch, dass der Effekt nur 6-12 Monate anhält. Eine Injektion von Hyaluronsäure kostet etwa ab 100 Euro. Besonders wichtig: Der Eingriff sollte nur von einem Fachmann druchgeführt werden.

Darüber hinaus berichten Aknepatienten von einer Behandlung mit Hyaluronsäure in Verbindung mit Laserlicht. Angeblich werden bei diesem Verfahren die HA-Moleküle mit UV-Licht aufgebrochen, in die Haut einmassiert, und anschließend mit einem Infrarot-Kaltlicht Flächenlaser behandelt. Diese Behandlung soll zur Folge haben, dass die Hyaluronsäurebruchstücke in der Haut wieder zu Makromolekülen zusammengeführt werden und die aufpolsternde Wirkung der Hyaluronsäure auf mehrere Wochen verlängert wird. Die Wirkung des Laserlichts auf die Hyaluronsäure ist jedoch bisher nicht wissenschaftlich belegt.

Zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyalurons%C3%A4ure

http://hyaluronsaeure.org/

http://www.amniosan.de/hyaluronsaeure/

http://www.glatte-schoene-haut.de/pdf/Hyaluronsaeure.pdf

http://www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/spezielle-wirkstoffe/hyaluronsaeure-ein-legendaerer-wirkstoff.html

http://www.drbresser.de/cms/Hyaluronsaeure.425.0.html

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