Prävention und Behandlung: Unreine Haut Was tun?

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Nachdem wir uns bereits ausführlich über Symptome und Ursachen unreiner Haut mitsamt einer Abgrenzung zur pathologischen Hauterkrankung Akne beschäftigt haben, geht es nun um die Prävention und Behandlung von Hautunreinheiten. Was kann man also dagegen tun?

Überpflege und “reizende Produkte” meiden

Für Personen mit empfindlicher Haut, die zu Hautunreinheiten neigen, ist die exzessive Anwendung von Kosmetikprodukten (vor allem komedogenen) besonders schädlich. Selbst bei Menschen mit Mischhaut birgt die übermäßige Hautbehandlung durch chemische Präparate und fetthaltige Cremes Gefahren von Entzündungen über bleibende Hautveränderungen bis hin zu der so genannten “Kosmetik-Akne” (acne cosmetica). Daher ist beim Kosmetik-Konsum äußerste Vorsicht geboten. Am besten wäre es, völlig darauf zu verzichten.

Reinigung

Stattdessen empfiehlt sich morgens wie abends eine sorgfältige Reinigung mit Syndetpräparaten. Dabei handelt es sich um seifenfreie Waschzubereitungen, wie Imex Syndet oder das sebamed Waschstück. Bei diesen Mitteln ist auf schwachsaure pH-Werte (ca. 5,5) zu achten. Die Präparate zur Behandlung der Haut sollten, insbesondere wenn sie für die Gesichtspflege verwendet werden, keine komedogenen Stoffe, Parfüm oder andere reizende Substanzen und möglichst wenig Fette enthalten. Nach dem Waschen darf die Haut nicht “abgerubbelt”, sondern nur sanft abgetupft werden um Irritationen zu vermeiden. Zudem sollte das Gesicht nicht mehr als zwei Mal am Tag gereinigt werden, damit der natürliche Säureschutzmantel der Haut nicht zerstört wird.

Pickel oder Mitesser nicht ausdrücken

Whiteheads: Geschlossene Mitesser auf der Stirn

Whiteheads: Geschlossene Mitesser © ahmet ercan senkaya / Bigstock.com

Auf keinen Fall sollten Pickel oder Mitesser gedrückt und gewaltsam entfernt werden. In der Regel erhöht man damit nämlich nur das Risiko einer größeren Entzündung, die auch auf umliegendes, gesundes Gewebe übergreifen kann. Viel effektiver ist es, die Mitesser mit Teebaumöl oder Manuka-Öl (Geheimtipp!) punktuell abzutupfen. Sobald größere Hautpartien betroffen sind, empfiehlt es sich, diese einmal täglich mit den genannten Mitteln zu behandeln. Alternativ bietet sich eine professionelle Ausreinigung (mittels Komedonenquetscher, den es auch frei zu kaufen gibt) beim Hautarzt oder einem Kosmetikstudio an. Im übrigen: Ein krankhaftes Drücken oder Pulen beschreibt das Krankheitsbild der sogenannten acne excoriee (Skin Picking Disorder).

Unreine Haut Ernährung

Oft hängen Unreinheiten der Haut mit ungesunder Ernährung zusammen oder werden durch diese begünstigt. In diesem Fall können bereits eine Entgiftung (Darmreinigung) und eine anschließende Nahrungsumstellung (viel frisches Obst und Gemüse, wenig Fett, Verzicht auf Milchprodukte und viel Flüssigkeit) einiges bewirken.

Masken und Hausmittel

Genauso hilfreich gegen unreine Haut sind (reinigende) Masken, die es nicht nur in der Apotheke sondern unter anderem auch in Naturfachläden und Drogeriemärkten gibt. Sie können von “Profis” aber gleichermaßen als Hausmittel selbst hergestellt werden. Bewährte Bestandteile der Masken sind Tonerde, Heilerde und Zink. Sie besitzen eine entzündungshemmende Wirkung und beruhigen die Haut. In der Regel wird die Maske auf das gereinigte und etwas befeuchtete Gesicht aufgetragen. Es empfiehlt sich eine Einwirkzeit von ungefähr 15 bis 20 Minuten. Im Anschluss kann die Maske mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden. Empfehlenswerte Fertigprodukte sind: Heilerde (von Luvos) und die Luvos-Heilerde Gesichtsmaske.

Peeling bei Hautunreinheiten

Ein Peeling, ein bis zwei Mal die Woche angewandt, kann bei Hautunreinheiten ebenso unterstützend eingesetzt werden, um bspw. Hautschüppchen zu lösen oder sanft die oberste Hautschicht zu erneuern. In der Apotheke sind jedoch nur niedrigkonzentrierte Präparate frei erhältlich, empfehlenswert ist das Brasivil Peeling fein (von Stiefel). Durch einen/einer Kosmetiker/-in oder Dermatologen/-in können jedoch höherkonzentrierte Fruchtsäurebehandlungen durchgeführt werden. Letztendlich muss das Peeling auch dem jeweiligen Hauttyp entsprechen. Ist die Haut sehr empfindlich oder bereits entzündet, ist von Peelings abzusehen.

Zink

Zink ist ein wesentliches Spurenelement. Unreinheiten der Haut können auf einen Zink-Mangel zurückzuführen sein. In solchen Fällen ist die zusätzliche Einnahme von Zinkpräparaten wie Unizink 50 angebracht. Zinksalbe wird nachgesagt, Pickel auszutrocknen, hilft aber vor allem bei der Wundheilung und unterstützt das Abklingen des Entzündungsprozesses. Empfehlenswert sind hier die Produkte Cicalfate von Avene und Cicaplaste von La Roche Posay. Als echter Geheimtipp gilt Sudocrem, die nicht selten auch großflächig angewandt positive Effekte bei geringer oder gar keiner Nebenwirkung auf Hautunreinheiten zeigt. Ab und an liest man hier jedoch auch von negativen Effekten, wie einer “fettigeren Haut”. Daher sollte vllt. eine punktuelle Anwendung präferiert werden.

Salicylsäure

Bei stärkeren Beeinträchtigungen der Haut wird Salicylsäure eingesetzt, das niedrigdosiert (bis zu 2%) bspw. auch in Kosmetika eingesetzt wird. Durch ihre antibakteriellen und keratolytischen Bestandteile erzielt sie jedoch erst in hohen Dosierungen (ab fünf Prozent) eine komedolytische Wirkung.

Benzoylperoxid (BPO)

Auch Benzoylperoxid (BPO), ein Oxidationsmittel welches in Waschlotionen, Gels oder Cremes zu unterschiedlichen Anteilen (bis zu 10%) enthalten ist, wirkt antibakteriell und keratolytisch. Interessant sind folgende Produkte: Sanoxit 2,5%, Cordes 3%, Sanoxit 5%, Cordes 5% und Benzaknen 10 Gel. In zehn Prozent der Fälle treten jedoch Hautirritationen auf (Hautrötungen, Schüppchen, Hautreizungen). Einige zählen bei einer längeren Anwendung jedoch nach dem Leitsatz “keine Wirkung ohne Nebenwirkungen” teilweise zu den gewollten Begleiterscheinungen (obere Hautschicht erneuern). Eine Unverträglichkeit erfordert hingegen ein sofortiges Absetzen der BPO-Behandlung.

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