Acne conglobata Ursachen, Therapie/Behandlung

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Der Begriff Acne conglobata umfasst das massivste Bild der Akne. Die Entzündungen sind tiefgreifend und mit Abszedierung, Knoten- und Fistelbildung verbunden, was mit Schmerzen einhergeht. Die Tendenz zur Narbenbildung ist hoch und birgt eine starke psychische Belastung.

Pathogenese/Symptome der Akne conglobata

Auf der Basis großer und zahlreicher Komedonen, hervorgerufen durch ausgeprägte Seborrhoe sowie follikuläre Hyperkeratose (Verhornungsstörung im Haarfollikel), entwickeln sich schmerzhafte, zunächst harte Knoten von über 1 cm Größe, die bis in die Subkutis hineinreichen können. Häufig fließen mehrere solcher Knoten zusammen und verschmelzen miteinander. In Folge bilden sich abszedierende Fistelgänge. Dabei handelt es sich um eine Art Röhren- bzw. Gangsystem, aus dem sich hin und wieder eitrig-seröses Material entleert. Bei der langwierigen Rückbildung über mehrere Monate entstehen die gefürchteten Narben. Wandeln sich heilende Knoten zystisch um, spricht man von einer Acne nodulocystica.

Prädilektionsstellen

Überall dort, wo es Haarfollikel gibt, die sich nach der Komedonenbildung entzündlich verändern, können sich Effloreszenzen (Hautveränderungen, wie Papeln, Pusteln, Knoten) finden. Neben den bevorzugten Körperregionen der Acne vulgaris (Brust, Rücken, Gesicht – hier vor allem der untere Wangenbereich und die Schläfen) sind Oberschenkel, Unterarme und Achselhöhlen befallen sowie die Leisten- und Anogenitalgegend, Gesäß und Nacken.

Ätiologie – Ursachen der Acne conglobata

Die Ursachen der Acne conglobata sind bisher unbekannt, allerdings werden auch hier die generell vermuteten Akneauslöser angenommen. Bei den verschiedenen Faktoren, die erwogen werden, spielen offenbar Hormone eine grundlegende Rolle. Das wird durch die Tatsache bestätigt, dass Androgene oder Anabolika (zwecks Muskelaufbau angewendet) innerhalb weniger Wochen zu einer Akne conglobata führen können. Zusätzlich werden bei dieser Akneform immunologische Störungen diskutiert.

Vorkommen

Acne conglobata tritt vornehmlich bei jungen Männern auf und zeigt sich mit Beginn der Pubertät, gegebenenfalls auch erst mit dem 20. Lebensjahr. Sie verstärkt sich im Laufe der Zeit und verliert sich im frühen Erwachsenenalter, dehnt sich aber teilweise bis ins vierte Lebensjahrzent aus. In seltenen Fällen kann sie sogar lebenslang persistieren.

Therapie – Behandlung der Akne conglobata

Nach klinisch gestellter Diagnose wird bei der Akne conglobata äußerlich wie bei Acne vulgaris therapiert. Es kommen also z.B. keratolytische und antibakterielle Substanzen zum Einsatz wie Azelainsäure, Benzoylperoxid (z.B. Cordes 3%, Cordes 5%, Benzaknen 10 Gel) und Retinoide, unter Umständen auch Antibiotika. Zudem liegt mit Diagnosestellung prinzipiell die Notwendigkeit einer systemischen Behandlung vor.

Isotretinoin

Als Mittel der Wahl bei Acne conglobata gilt Isotretinoin. Es handelt sich um ein Vitamin‑A‑Säure‑Präparat (Retinoid), das die Komedonenbildung verhindert, antiphlogistisch wirkt (entzündungshemmend) und die Talgproduktion bremst. Es wird zumeist in längeren Zyklen von mehreren Monaten bis zu einem Jahr verabreicht, in der Regel verteilt auf zwei Gaben pro Tag zu fettreichen Mahlzeiten. Über die richtige Dosierung sind sich die Experten noch immer nicht einig. Diverse Therapeuten bevorzugen 0,5 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Andere sind überzeugt, nur mit der doppelten Menge ans Ziel zu kommen. Wieder andere setzen sich inzwischen für eine sogenannte Lowdose-Therapie ein, die täglich mit weniger als 0,3 mg/kg auskommt. Es hat sich allerdings gezeigt, dass gerade auch im Falle der Acne conglobata diese niedrigen Dosen zu deutlich mehr Rezidiven (Rückfälle) führen. Bemerkenswert ist jedoch, dass sich eine Initialdosis von 1 mg/ kg Körpergewicht und Tag sowie eine schrittweise Reduzierung der Dosis auf ein Fünftel vorteilhaft auf die Langzeitresultate auswirkt.

Erfolgsaussichten

Die Erfolgsaussichten einer Iso-Therapie bei Acne conglobata sind ausgesprochen gut – bei mindestens 80% aller Patienten wird stets eine nachhaltige Besserung erreicht. Nach rund 2 bis 4 Wochen zeigen sich erste Fortschritte. Gewöhnlich manifestiert sich die Abheilung zuerst im Gesicht mit einer Rötung aufgrund verstärkter Gefäßbildung. Nach ca. vier Wochen kann es zu einer kurzzeitigen Zunahme der Entzündung kommen, die sich aber spontan beruhigt.

Remission

Die Remission setzt sich nach Ende der Anwendung noch über einen längeren Zeitraum fort. Die Rückfallquote ist niedrig, bei der klassischen Methode, im Gegensatz zur Lowdose-Therapie, liegt sie normalerweise bei allerhöchstens 30%. Überwiegend wird daher zu einer Konzentration von 0,5-1 mg/ kg Körpergewicht geraten. Je älter der Patient, umso effektiver das Medikament. Bisweilen kann daher bei 16- bis 18‑Jährigen ein zweiter Behandlungszyklus erforderlich werden, selten ein dritter.

Nebenwirkungen

Angesichts nicht unerheblicher Nebenwirkungen, u. a. Gelenk- und Muskelschmerzen, Knochenveränderungen, trockene Haut und Schleimhäute, Abweichen der Laborwerte, ist im Vorfeld eine persönliche Nutzen-Risiko-Abwägung zwingend notwendig. Grundsätzlich wird empfohlen, das Blutbild sowie die Leber- und Fettwerte etwa monatlich kontrollieren zu lassen. Da Retinoide hochgradig teratogen (fruchtschädigend) sind, gilt für Frauen im gebärfähigen Alter konsequente Kontrazeption.

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