Acne inversa – keine “gewöhnliche” Akne (Teil I)

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Bei den meisten Menschen tritt eine Akne im Verlauf der Jugend wohl als so genannte Acne vulgaris auf. Wenngleich die “gewöhnliche Akne” besonders häufig vorkommt, ist sie keineswegs die einzige Form der Erkrankung. Eine andere “Variante” ist bspw. die Acne inversa. Bei ihr entzünden sich die Talgdrüsen, meist unter den Achseln, in den Leisten, an der Brust oder am Po. Im Vergleich zur gewöhnlichen Akne im Jugendalter wird die Gefahr von ernsten gesundheitlichen Folgen bei der Acne inversa in der Regel höher eingeschätzt.

Menschen (vor allem Frauen) im Alter zwischen etwa zwanzig und dreißig Jahren haben das größte Risiko, an der Acne inversa zu erkranken. Allerdings kann die Krankheit durchaus auch Jugendliche sowie Menschen jenseits eines Alters von dreißig Jahren treffen. Das Medizinportal Onmeda beschreibt die Acne inversa als “schwerste Form der Akne”. Sie tritt vor allem dort auf, wo Haut unterschiedlicher Körperteile aufeinander trifft: Das ist etwa unter den Achseln oder in der Brustfalte der weiblichen Brust der Fall. Man nennt solche Stellen auch intertriginöse Areale des Körpers.

Häufigkeit der Acne inversa

Nach Angaben eines Artikels zur Acne inversa im Deutschen Ärzteblatt (2001; Autoren: Helmut Breuninger, Volker Wienert) wird die weltweite Anzahl der Erkrankten auf etwa siebzig Millionen geschätzt. In Deutschland sollen zwischen 225.000 und 3,1 Millionen Menschen erkrankt sein. Laut Informationen des medizinischen Online-Lexikons Doccheck Flexikon soll die Häufigkeit von Neuerkrankungen bei 1 zu 1000 liegen. In beiden Fällen wird allerdings auf eine hohe Unsicherheit der Zahlen verwiesen.

Erste Beschreibung der Krankheit

Erstmals beschrieben wurde die Acne inversa im Jahr 1839 vom französischen Mediziner Alfred-Armand-Louis-Marie Velpeau. Anfangs ging man von den Schweißdrüsen als den Bereich im menschlichen Körper aus, in dem die Krankheit entsteht. Auf der Basis dieses Wissens bekam die Krankheit den Namen Hidradenitis suppurativa. Erst später gewann die Medizin die Erkenntnis, dass die Talgdrüsen der eigentliche Entstehungsort der Krankheit sind. Von hier aus kann die Entzündung dann auch auf die Schweißdrüsen übergehen. Aus diesem Grund wird die Bezeichnung “Hidradenitis suppurativa” heute seltener für die Acne inversa verwendet. In der Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme wird er allerdings noch genutzt. Bisweilen wird die Krankheit eingedeutscht auch Akne inversa geschrieben.

Acne inversa Symptome / Anzeichen

  • Patienten bekommen im Anfangsstadium der Akne inversa häufig größere Mitesser (Komedonen). Unter der Haut ertasten sie in der Regel Knoten, die Erbsengröße erreichen können, aber keine Schmerzen verursachen, also indolent sind.
  • Nach einer Weile können größere und verhärtete Hautareale mit dunkler Verfärbung entstehen, in die Knoten und Abszesse (ummantelte Ansammlungen von Eiter) integriert sind. In diesem Stadium der Akne treten oft starke Schmerzen auf. Nicht wenige Patienten meiden dann auch Kontakte zur Umwelt, weil bei ihnen aufgrund der Krankheit und bisweilen austretender und schlecht riechender Sekrete Schamgefühle entstehen.
  • Im späten Krankheitsverlauf können Fisteln auftreten. Das sind oftmals röhrenförmige und nicht natürlich vorhandene Kanäle im menschlichen Körper. Auch eine Narbenbildung ist möglich, die bei manchen Menschen einen zusätzlichen psychischen Leidensdruck verursacht.

Diagnose der acne inversa

Treten mögliche Symptome einer Akne inversa auf, sollte der Patient möglichst frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Falls er aufgrund seines Vorwissens eine Acne inversa vermutet, sollte er das dem Arzt mitteilen, ohne der ärztlichen Diagnose damit vorzugreifen. Die Symptome der Krankheit werden mitunter mit Symptomen anderer Krankheiten wie Abszessen (ummantelten Ansammlungen von Eiter) an den Schweißdrüsen verwechselt. Gerade im Anfangsstadium kann eine Acne inversa auch mit einem durch Bakterien verursachten Furunkel (entzündetem Haarbalg) oder einem Karbunkel (Infektion mehrerer Harrfollikel oder Verschmelzung mehrerer Furunkel) verwechselt werden. Weitere Krankheiten, mit denen insbesondere eine länger andauernde Acne inversa verwechselt wird, sind beispielsweise Pilzerkrankungen wie Trichophytie, Sporotrichose sowie die auch Strahlenpilzkrankheit genannte Aktinomykose. Bei aller Verwechslungsgefahr ist es wichtig, dass die Acne inversa als mögliche Krankheit während den Untersuchungen im Hinterkopf bleibt. Um Klarheit zu gewinnen, setzen Ärzte bisweilen auf folgende Diagnoseverfahren:

  • Mitunter gehört eine intensivere Gewebeuntersuchung zur Diagnostik, um die Acne inversa beispielsweise von Hautreaktionen bei Morbus Crohn zu unterscheiden.
  • Um eine Acne inversa richtig zu diagnostizieren, wird in relativ seltenen Fällen das Blut des Patienten im Labor untersucht.
  • Haben sich Fisteln gebildet (röhrenförmige und unnatürliche Kanäle ins Körperinnere), so müssen die betroffenen Stellen vor einer möglichen Operation eventuell geröntgt werden, sodass die Operation richtig geplant werden kann.

In Teil II der Serie geht es um Ursachen sowie Folgen und Komplikationen der acne inversa.

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