Rote Flecken und Rötungen

· Henrike Jung · 7 Kommentare

Rote Flecken und Rötungen der Gesichtshaut treten bei vielen Patienten während der Akne-Therapie auf und sind meist auf Reste/Überbleibsel von Pickeln (rote Flecken) und die Medikamente (rote Haut / Rötungen) zurückzuführen. Während manche rote Flecken dementsprechend nach der Behandlung erstmal bleiben, gehen die durch die Medikamente hervorgerufenen Begleiterscheinungen in der Regel relativ schnell zurück, wenn man es absetzt bzw. die Anwendung zeitlich oder mengentechnisch reduziert.

Rötungen der Gesichtshaut sind bei eigentlich allen Medikamenten normal, da die Wirkstoffe direkte Reaktionen auf der Haut hervorrufen. Bei manchen Patienten treten diese Rötungen weniger stark auf, bei Betroffenen mit empfindlicherer Haut jedoch häufiger und vor allem stärker.

Ich stelle nun einige Produkte vor, die gegen rote Flecken und Rötungen während bzw. nach der Aknebehandlung helfen. Wie bei so vielen anderen Aknemedikamenten gilt es, auch hier viel zu testen, da nicht jeder gleich auf die Mittel reagiert und somit jedem was anderes helfen könnte. „Zum Glück“ bleibt einen immer noch die Zeit, die bekanntermaßen Wunden heilt (und hier ist es wirklich so!).

Rote Flecken nach verheilten, abgeklungenen Pickeln

Wie schon in der Einleitung angesprochen, gehen rote Flecken leider nicht so schnell weg. Einige Arznei- und Kosmetikmittelhersteller haben spezielle Produkte entwickelt, die die Heilung und das Abklingen der roten Flecken unterstützen sollen. Mitunter kann das aber ein sehr langwieriger Prozess sein, sodass einige Flecken vielleicht erst nach mehreren Monaten verschwinden. Andere hingegen sind vielleicht schon nach ein paar Tagen oder Wochen weg.

Zink – innerliche Anwendung (systemisch)

Im Blog habe ich schon einmal über die innerliche Anwendung von Zink berichtet, dass diese die Wundheilung und Hautregeneration, insbesondere bei Entzündungen, als essentielles Spurenelement unterstützen kann. Pro Tag sollte man maximal 50mg Zink einnehmen, bei höheren Dosen (ab etwa 100mg täglich), die einen längeren Zeitraum eingenommen werden, kann es zu einer verminderten Aufnahme von Eisen, Kupfer, Mangan und Kalzium kommen. Durch den Kupfermangel wiederum droht eine mikrozytäre Blutaramut und ein Abfall der weißen Blutkörperchen. Kombipräparate mit Vitamin C sind in Deutschland weit verbreitet, haben aber den Nachteil, dass der Zinkanteil oftmals sehr gering ist. Empfehlenswert ist der Kauf von Zink-Picolinat, dieses soll am besten resorbiert werden. Die Einnahme geschieht am besten abends vor dem Schlafengehen. Bei einer längerfristigen Behandlung sollten pro 15mg Zink auch ein 1mg Kupfer zu sich genommen werden.

Empfehlung: Unizink 50

Zink – äußerliche Anwendung (topisch)

Hier empfehle ich zwei Medikamente, die mir geholfen haben: Zinksalbe Lichtenstein und die Avene Cicalfate (Heilsalbe). Bei der äußerlichen Anwendung nimmt man am besten einen ganz kleinen Fleck Zinksalbe, der auf die entsprechenden roten Flecken aufgetragen wird. Die Behandlung findet hier idealerweise am Abend statt, vor dem Schlafengehen. Bei der äußerlichen Anwendung von Zink kommt der Haut der gleiche positive Effekt zu, wie bei der innerlichen Anwendung. Beide schließen sich aber auch nicht aus, man kann also innerlich und äußerlich Zink „zu sich nehmen“ (aber halt auf die Dosis aufpassen, siehe oben: Kupfermangel).

Cremes gegen rote Flecken: Rosaliac, Diroseal

Die Rosaliac von La Roche Posay bzw. Diroseal von Avene sind eigentlich zwei Cremes gegen Rötungen, helfen aber wohl auch gegen rote Flecken, indem sie durch ihre grüne Farbe kaschierend wirken. Zudem hilft die hautberuhigende Wirkung die roten Flecken ein wenig „hautfarbener“ erscheinen zu lassen.

Heilerdemasken

Heilerdemasken fördern die Durchblutung und begünstigen die Wundheilung. Viele Aknepatienten haben die Heilerdemasken sehr positiv bewertet. In Richtung roten Flecken können diese was bringen, sind aber auf jeden Fall eine exzellente, begleitende Therapiemöglichkeit bei Akne.

Empfehlung: Luvos-Heilerde Gesichtsmaske

Peelings

Peelings sollen die Hauterneuerung anregen, indem oberste Hautschichten abgetragen werden und somit die Neubildung der gleichen gefördert wird. Durch das Abtragen verschwinden auch einige rote Flecken, bzw. sind nicht mehr ganz so stark sichtbar. Peelings gibt es in verschiedenen Stärken bzw. Konzentrationen, manche kann man frei in der Apotheke kaufen, andere werden nur von speziell ausgebildeten Kosmetikerinnen bzw. Ärzten durchgeführt. Für den Anfang kann man sich bspw. mal das milde Peeling-Gel von Avene oder die Cleanance MASK Peeling-Maske von Avene kaufen und schauen, wie die Haut darauf reagiert (Gefahr auf Rötungen).

Benzoylperoxid

Zahlreiche Aknepatienten berichten, dass ihre roten Flecken durch die „BPO-Methode“ weggegangen sind bzw. nicht mehr so stark sichtbar waren, wenn sie BPO verwenden. Durch die austrocknende Wirkung des Stoffes Benzoylperoxid und die damit verbundene leichte Abschuppung der Haut, scheinen rote Flecken zu verblassen. Zusätzlich zu einer anderen Therapie (Iso, Roa, Differin, ec.) würde ich aber BPO nicht empfehlen, da es sonst zu viel für die Haut sein könnte (Stichwort: Rötungen, Austrocknung, Schüppchenbildung).

Empfehlung: Cordes BPO 3%, Aknefug Oxid mild 3

Sonne und Solarium?

In einem seperaten Artikel zum Thema Sonne, Sommer und Akne bin ich schon mal auf positive und negative Effekte des Sonnenbadens eingegangen. Hintergrund bei der Sonnen-Behandlung bei roten Flecken ist einfach, dass durch die Hautbräunung diese nicht mehr ganz so stark sichtbar sein sollen. Neben dem Sonnenschutz (Verwendung von nicht komedogenen Sonnengels!) besteht die Gefahr der Hautverhornung. Details gibt es aber im eben verlinkten Beitrag. Ein seperater Artikel zum Thema Solarium ist in Planung 😉

Rötungen im Gesicht

Rötungen im Gesicht entstehen durch gereizte und trockene Haut oder durch verstärkte Durchblutung, welche umso besser bei dünnerer Haut sichtbar wird. Die Ursache ist klar: Eigentlich alle Therapien zielen darauf ab, die Haut gewissermaßen zu bearbeiten, indem bspw. Hautschichten abgetragen werden (Schuppung -> dünnere Haut), Haut erneuert oder gegen Bakterien angegangen wird. Dass die Haut darauf reagiert, sollte klar sein. Aufgrund der verschiedenen Hauttypen reagiert aber halt jeder anders, sodass bei manchen fast gar keine Rötungen bei der dermatologischen Aknebehandlung sichtbar sind, bei einem anderen aber vielleicht umso mehr. Zum Glück kann man jedoch an verschiedenen Stellen ansetzen und versuchen durch milde Medikamente Hautreizungen und Rötungen zu verringern.

Sanfte Reinigung

Schon bei der Reinigung der Haut kann man etwas falsch machen, wenn man eine sehr aggressive Reinigungslotion verwendet. Die Reinigungslotion für überempfindliche Haut von Avene ist sehr milde, schont die Haut und fühlt sich sehr gut an. Dadurch werden Rötungen vermieden. Wichtig ist die Verwendung von seifenfreien Lotions und der Verzicht von Alkohol in ihnen! Auch beim Abtrocknen könnte die Haut durch starkes Handtuch-Rubbeln gereizt werden. Tupfen Sie das Gesicht lediglich ab!

Thermalwassersprays von Avene, La Roche Posay und Vichy

Das Avene Thermalwasserspray kann unterwegs mitgenommen und angewandt werden: Kurz einmal übers Gesicht sprühen und es wird der Haut Feutigkeit gespendet. Es gibt auch ein Vichy Thermalwasser Spray und ein La Roche Posay Thermalwasser Spray. Thermalwasser ist schon seit Jahrhunderten für die besonders heilende, hautberuhigende Wirkung bekannt und ist Bestandteil vieler kosmetischer Produkte (auch vieler „Akne-Produkte“, bspw. von Avene).

Keine starken Peelings

Auch wenn Peelings vielleicht gut für die Hauterneuerung sind, können einige die Haut ziemlich angreifen. Daher nur milde Peelings verwenden und auch nicht so viele die Woche. Einmal in sieben Tagen reicht.

Spezielle Cremes gegen Rötungen: Rosaliac, Diroseal, Antirougeurs

Verschiedene Kosmetik- und Arzneimittelhersteller bieten mittlerweile ein großes Angebot an Produkten für zu Rötungen neigende Haut an. Beispielsweise gibt es von La Roche Posay die Rosaliac, von Avene kommt die Diroseal und die Antirougeurs (es gibt die Antirougeurs reichhaltig für trockene Haut und die Antirougeurs leicht für normale, empfindliche Haut). Alle drei sollen Reizungen und Hitzegefühl lindern. Die Diroseal ist eine begleitende Intensivpflege zur medikamentösen Therapie von Rosacea. Dabei werden entzündungshemmende und abschwellende Wirkstoffe eingesetzt.

Wenn alles nichts hilft: Abdecken

Als Abdeckung kann man auch einen grün getönten Puder oder Abdeckstift verwenden, durch grüne Farbe werden Rötungen kaschiert, danach ganz normal Make Up oder Puder auftragen, damit das Grün nicht auffällt. Auch Männer können beispielsweise den COUVRANCE Korrekturstick grün von Avene verwenden. Abdecken kaschiert also nur die roten Flecken und Rötungen!

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Kommentare
7 Kommentare zu “Rote Flecken und Rötungen”
  1. Patrick sagt:

    Hallo, ich habe eine Frage: Ich habe seit ca. zwei Jahren ein rotes Gesicht, war auch schon beim Hautarzt. Ich habe es schon mit Tabletten probiert aber es half nichts! Was kann ich dagegen tun? Mfg, Patrick

  2. Stefanie sagt:

    Hallo, ich leide seit meinem 11. Lebensjahr unter Akne. Jetzt bin ich 18 und mein Hautzustand hat sich durch die Attempta Ratiopharm 35, eine spezielle Anti-Baby-Pille bei unreiner Haut, verbessert. Habe nun keine Pickel mehr im Gesicht, auf dem Rücken und am Dekolleté, aber noch die hier beschriebenen roten Flecken. Meine Hautärtztin hat mir gestern gesagt, dass man eigentlich rein gar nichts mehr dagegen tun kann, außer ein Fruchtsäurepeeling zu machen. Nur beim Hautarzt hat das so eine starke Wirkung. Sie hat mir noch als Tipp einen grünen Abdeckstift (von Avene oder Alverde) empfohlen, den ich aber schon kannte. Möchte aber auch nicht jeden Tag mit Schminke rumlatschen… Wie kann man die roten Flecken wirklich reduzieren?

  3. admin sagt:

    @Patrick

    Du solltest am besten mal einen anderen Dermatologen aufsuchen oder eine Hautklinik kontaktieren. Erstmal muss man herausfinden, woran das liegen könnte. Nimmst du irgendwelche Medikamente ein? Was verwendest du für Kosmetika? Wann tritt die Rötung besonders auf? Ist sie bereits nach dem Aufstehen sichtbar? Du siehst, da gilt es viele Fragen zu beantworten, denn es kann unterschiedliche Ursachen haben. Alles Gute in jedem Fall!

    @Stefanie

    Ein Bild würde hier weiterhelfen. In jedem Fall stehen im Artikel oben einige gute Sachen drin. Zinksalben sind aus der Erfahrung ganz gut geeignet, dazu kannst du auch selber ein leichtes Peeling (1-2x in der Woche) machen. Dazu auch 1-2x in der Woche eine Heilerde-Maske oder ähnliches. Zink innerlich kann das ganze unterstützen. Dazu ist auch Dexpanthenol ein echt heißer Tipp: https://www.akne-blog.de/dexpanthenol-akne/ Wenn du da 1-2 Monate ein Programm zu durchziehst, wirst du sicherlich Verbesserungen sehen. Alles weitere braucht einfach Zeit. Man kann auch über die Triacnéal von Avene nachdenken, die quasi eine Hauterneuerungskur darstellt (unbedingt mal ansehen!).

  4. Stefanie sagt:

    an Patrick danke für deine antwort aber ich hatte geschrieben wo her die roten flecken kommen durch meine sehr lang jährige akne das sind die rest davon und ich nehme immer noch attemp rathionpharm 35 problem ist nur wenn ich nicht mehr nehme kann es sein das as pick und so wieder zurück kommt deswegen bringen abdeckstfite sonst was nichts ich möchte das das richtig weg geht aber danke erstmal für die tipps die cremes außer zink sind mir ziemlich teuer na ja vlt. gehts ja von alleine weg

  5. Stefanie sagt:

    Danke für die Antwort vlt. muss ich wirklich einfach nur warten. Aber noch mal zu den Roten Flecken bekommt also doch weg ?

  6. alexx sagt:

    Ich habe leider von der Akne so rote Flecken auf der Nase, Stirn und ein wenig an Wangen und Kinn. Ich habe jetzt Aloe vera Sachen gekauft, die helfen zwar, aber bewirken natürlich auch keine Wunder.

    Ich habe schlimme Akne gehabt, dank Aloe vera ist es jetzt eine „leichtere“.

    Was ich aber eigentlich fragen wollte: Helfen solche Strips zum Raufkleben gegen soetwas? ;0

  7. admin sagt:

    @alexx

    Meinst du diese (Nasen-)Pflaster gegen Mitesser: https://www.akne-blog.de/mitesser-pflaster-strips/ oder solche „Narben-Reduktionspflaster“? Andere „Strips“ sind mir nicht bekannt… Zuerst genannte sind halt eher wirklich für die Mitesserentferung gedacht und nicht für rote Flecken/Rötungen oder Papeln/Pusteln. Letztere eher bei entstandenden Narben…

    Wenn du wirklich was gezielt gegen die Rückstände (Flecken, Pickelmale) suchst, empfehle ich doch eher, es als erstes mal mit Zink oder Dexpanthenol zu probieren. Auch ein Peeling/Heilerdemaske kannst du je nach Verträglichkeit 1-2x Woche einschieben. Je nach Ausprägung solltest du aber schon Zeit einplanen. Noch ein Tipp: Fürs erste würde ich mich auch nach einem guten Abdeckstift oder ähnlichem umschauen, um etwas zu kaschieren. Wenn der Sommer kommt, kann man das Sonnenlicht i.d.R. auch in einem gewissen Maß „nutzen“.

    Sollten die Pickelmale nach nem halben Jahr überhaupt nicht weggegangen sein oder sich als Narben herausstellen, muss man entsprechend anders an die Sache rangehen.

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