Rote Flecken und Rötungen
Rote Flecken und Rötungen der Gesichtshaut treten bei vielen Patienten während der Akne-Therapie auf und sind meist auf Reste/Überbleibsel von Pickeln (rote Flecken) und die Medikamente (rote Haut / Rötungen) zurückzuführen. Während manche rote Flecken dementsprechend nach der Behandlung erstmal bleiben, gehen die durch die Medikamente hervorgerufenen Begleiterscheinungen in der Regel relativ schnell zurück, wenn man es absetzt bzw. die Anwendung zeitlich oder mengentechnisch reduziert.
Rötungen der Gesichtshaut sind bei eigentlich allen Medikamenten normal, da die Wirkstoffe direkte Reaktionen auf der Haut hervorrufen. Bei manchen Patienten treten diese Rötungen weniger stark auf, bei Betroffenen mit empfindlicherer Haut jedoch häufiger und vor allem stärker.
Ich stelle nun einige Produkte vor, die gegen rote Flecken und Rötungen während bzw. nach der Aknebehandlung helfen. Wie bei so vielen anderen Aknemedikamenten gilt es, auch hier viel zu testen, da nicht jeder gleich auf die Mittel reagiert und somit jedem was anderes helfen könnte. “Zum Glück” bleibt einen immer noch die Zeit, die bekanntermaßen Wunden heilt (und hier ist es wirklich so!).
Rote Flecken nach verheilten, abgeklungenen Pickeln
Wie schon in der Einleitung angesprochen, gehen rote Flecken leider nicht so schnell weg. Einige Arznei- und Kosmetikmittelhersteller haben spezielle Produkte entwickelt, die die Heilung und das Abklingen der roten Flecken unterstützen sollen. Mitunter kann das aber ein sehr langwieriger Prozess sein, sodass einige Flecken vielleicht erst nach mehreren Monaten verschwinden. Andere hingegen sind vielleicht schon nach ein paar Tagen oder Wochen weg.
Zink – innerliche Anwendung (systemisch)
Im Blog habe ich schon einmal über die innerliche Anwendung von Zink berichtet, dass diese die Wundheilung und Hautregeneration, insbesondere bei Entzündungen, als essentielles Spurenelement unterstützen kann. Pro Tag sollte man maximal 50mg Zink einnehmen, bei höheren Dosen (ab etwa 100mg täglich), die einen längeren Zeitraum eingenommen werden, kann es zu einer verminderten Aufnahme von Eisen, Kupfer, Mangan und Kalzium kommen. Durch den Kupfermangel wiederum droht eine mikrozytäre Blutaramut und ein Abfall der weißen Blutkörperchen. Kombipräparate mit Vitamin C sind in Deutschland weit verbreitet, haben aber den Nachteil, dass der Zinkanteil oftmals sehr gering ist. Empfehlenswert ist der Kauf von Zink-Picolinat, dieses soll am besten resorbiert werden. Die Einnahme geschieht am besten abends vor dem Schlafengehen. Bei einer längerfristigen Behandlung sollten pro 15mg Zink auch ein 1mg Kupfer zu sich genommen werden.
Empfehlung: Unizink 50
Zink – äußerliche Anwendung (topisch)
Hier empfehle ich zwei Medikamente, die mir geholfen haben: Zinksalbe Liechtenstein und die Avene Cicalfate (Heilsalbe). Bei der äußerlichen Anwendung nimmt man am besten einen ganz kleinen Fleck Zinksalbe, der auf die entsprechenden roten Flecken aufgetragen wird. Die Behandlung findet hier idealerweise am Abend statt, vor dem Schlafengehen. Bei der äußerlichen Anwendung von Zink kommt der Haut der gleiche positive Effekt zu, wie bei der innerlichen Anwendung. Beide schließen sich aber auch nicht aus, man kann also innerlich und äußerlich Zink “zu sich nehmen” (aber halt auf die Dosis aufpassen, siehe oben: Kupfermangel).
Cremes gegen rote Flecken: Rosaliac
, Diroseal
Die Rosaliac von La Roche Posay bzw. Diroseal
von Avene sind eigentlich zwei Cremes gegen Rötungen, helfen aber wohl auch gegen rote Flecken, indem sie durch ihre grüne Farbe kaschierend wirken. Zudem hilft die hautberuhigende Wirkung die roten Flecken ein wenig “hautfarbener” erscheinen zu lassen.
Heilerde
masken
Heilerdemasken fördern die Durchblutung und begünstigen die Wundheilung. Viele Aknepatienten haben die Heilerde
masken sehr positiv bewertet. In Richtung roten Flecken können diese was bringen, sind aber auf jeden Fall eine exzellente, begleitende Therapiemöglichkeit bei Akne.
Empfehlung: Luvos-Heilerde Gesichtsmaske
Peelings und Diacneal
Peelings sollen die Hauterneuerung anregen, indem oberste Hautschichten abgetragen werden und somit die Neubildung der gleichen gefördert wird. Durch das Abtragen verschwinden auch einige rote Flecken, bzw. sind nicht mehr ganz so stark sichtbar. Peelings gibt es in verschiedenen Stärken bzw. Konzentrationen, manche kann man frei in der Apotheke kaufen, andere werden nur von speziell ausgebildeten Kosmetikerinnen bzw. Ärzten durchgeführt. Für den Anfang kann man sich bspw. mal das Brasivil Peeling fein (Stiefel) kaufen oder aber ein Sanftes Peeling für empfindliche, unreine Haut
von Avene und schauen, wie die Haut darauf reagiert (Gefahr auf Rötungen).
Die Diacneal enthält Fruchtsäuren. Sie regeneriert das Hautbild, glättet es, verfeinert die Poren, vermindert die Entstehung von Mitessern. Am Anfang wird jedoch eine Verschlechterung eintreten (AV = Anfangverschlechterung), da die Diacneal
erst mal viel von “unten” rausholt. Zudem kann eine leichte Rötung eintreten. Nach 2-3 Wochen wird das Hautbild in der Regel aber besser. Einige Patienten hatten es so auch geschafft, einige ihrer roten Flecken weg zu bekommen.
Benzoylperoxid
Zahlreiche Aknepatienten berichten, dass ihre roten Flecken durch die “BPO-Methode” weggegangen sind bzw. nicht mehr so stark sichtbar waren, wenn sie BPO verwenden. Durch die austrocknende Wirkung des Stoffes Benzoylperoxid und die damit verbundene leichte Abschuppung der Haut, scheinen rote Flecken zu verblassen. Zusätzlich zu einer anderen Therapie (Iso, Roa, Differin, ec.) würde ich aber BPO nicht empfehlen, da es sonst zu viel für die Haut sein könnte (Stichwort: Rötungen, Austrocknung, Schüppchenbildung).
Empfehlung: Sanoxit 2,5% BPO, Cordes 3%
BPO
Sonne und Solarium?
In einem seperaten Artikel zum Thema Sonne, Sommer und Akne bin ich schon mal auf positive und negative Effekte des Sonnenbadens eingegangen. Hintergrund bei der Sonnen-Behandlung bei roten Flecken ist einfach, dass durch die Hautbräunung diese nicht mehr ganz so stark sichtbar sein sollen. Neben dem Sonnenschutz (Verwendung von nicht komedogenen Sonnengels!) besteht die Gefahr der Hautverhornung. Details gibt es aber im eben verlinkten Beitrag. Ein seperater Artikel zum Thema Solarium ist in Planung
Rötungen im Gesicht
Rötungen im Gesicht entstehen durch gereizte und trockene Haut oder durch verstärkte Durchblutung, welche umso besser bei dünnerer Haut sichtbar wird. Die Ursache ist klar: Eigentlich alle Therapien zielen darauf ab, die Haut gewissermaßen zu bearbeiten, indem bspw. Hautschichten abgetragen werden (Schuppung -> dünnere Haut), Haut erneuert oder gegen Bakterien angegangen wird. Dass die Haut darauf reagiert, sollte klar sein. Aufgrund der verschiedenen Hauttypen reagiert aber halt jeder anders, sodass bei manchen fast gar keine Rötungen bei der dermatologischen Aknebehandlung sichtbar sind, bei einem anderen aber vielleicht umso mehr. Zum Glück kann man jedoch an verschiedenen Stellen ansetzen und versuchen durch milde Medikamente Hautreizungen und Rötungen zu verringern.
Sanfte Reinigung
Schon bei der Reinigung der Haut kann man etwas falsch machen, wenn man eine sehr aggressive Reinigungslotion verwendet. Die Reinigungslotion für überempfindliche Haut von Avene ist sehr milde, schont die Haut und fühlt sich sehr gut an. Dadurch werden Rötungen vermieden. Alternativen sind das Imex Syndet
bzw. das sebamed Waschstück
. Diese sollen die Haut laut Berichten aber schon ein wenig mehr reizen (einfach ausprobieren). Wichtig ist die Verwendung von seifenfreien Lotions und der Verzicht von Alkohol in ihnen! Auch beim Abtrocknen könnte die Haut durch starkes Handtuch-Rubbeln gereizt werden. Tupfen Sie das Gesicht lediglich ab!
Thermalwassersprays von Avene, La Roche Posay und Vichy
Das Avene Thermalwasserspray kann unterwegs mitgenommen und angewandt werden: Kurz einmal übers Gesicht sprühen und es wird der Haut Feutigkeit gespendet. Es gibt auch ein Vichy Thermalwasser Spray
und ein La Roche Posay Thermalwasser Spray
. Thermalwasser ist schon seit Jahrhunderten für die besonders heilende, hautberuhigende Wirkung bekannt und ist Bestandteil vieler kosmetischer Produkte (auch vieler “Akne-Produkte”, bspw. von Avene).
Keine starken Peelings
Auch wenn Peelings vielleicht gut für die Hauterneuerung sind, können einige die Haut ziemlich angreifen. Daher nur milde Peelings verwenden und auch nicht so viele die Woche. Einmal in sieben Tagen reicht.
Spezielle Cremes gegen Rötungen: Rosaliac
, Diroseal
, Antirougeurs
Verschiedene Kosmetik- und Arzneimittelhersteller bieten mittlerweile ein großes Angebot an Produkten für zu Rötungen neigende Haut an. Beispielsweise gibt es von La Roche Posay die Rosaliac, von Avene kommt die Diroseal
und die Antirougeurs (es gibt die Antirougeurs reichhaltig
für trockene Haut und die Antirougeurs leicht
für normale, empfindliche Haut). Alle drei sollen Reizungen und Hitzegefühl lindern. Die Diroseal
ist eine begleitende Intensivpflege zur medikamentösen Therapie von Rosacea. Dabei werden entzündungshemmende und abschwellende Wirkstoffe eingesetzt.
Wenn alles nichts hilft: Abdecken
Als Abdeckung kann man auch einen grün getönten Puder oder Abdeckstift verwenden, durch die grüne Farbe wird das Rote gemildert, danach ganz normal Make Up oder Puder auftragen, damit das Grün nicht auffällt. Auch Männer können beispielsweise den Avene Cleanance Korrekturstift verwenden (wichtig: mit Anspitzer bestellen!). Dieser verfügt über eine grüne und eine beige Seite. Abdecken kaschiert also nur die roten Flecken und Rötungen!
- Zink-Tabletten gegen Akne
- Akne und der Sommer – Sonnenschutz und Sonnenbad
- Akne und Peeling – Hauterneuerung
- Mittel gegen Pickel und Mitesser
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