Was hilft gegen Pickel, schnell & wirklich?

· Judith Amann · Noch kein Kommentar.

Es gibt wohl niemanden, der nicht schon mal irgendwann einen Pickel hatte. Aktuelle Studien sprechen bei Jugendlichen von 70 bis gar 90 % die, vor allem während der Pubertät, mehr oder weniger unter Mitessern, Papeln oder Pusteln leiden. Immer öfter sind auch Erwachsene betroffen.

Egal ob alt oder jung, alle vereint ein Wunsch: Pickel möglichst schnell loswerden – vor allem die sofort auffallenden im Gesicht. Doch was hilft?

Wo und wie entstehen Pickel?

Teenager mit Pickeln

Teenager mit Pickeln © Adem Demir / Bigstock.com

Akne oder Pickel entstehen hauptsächlich in talgdrüsenreichen Regionen, wie neben Gesicht auch Rücken, Brust, Po oder Arm: die Haut produziert zu viel Sebum, Poren verstopfen und verhornen, es bilden sich Entzündungen, rote Stellen oder sogar eitrige Pickel.

Die Ursachen sind vermeintlich vielfältig. Neben den männlichen Sexualhormonen spielen bei der Entstehung von Akne auch Aknebakterien und Ernährung eine Rolle.

Wer wirklich stark unter Pickeln leidet, sollte unbedingt einen Hautarzt aufsuchen. Er kann die Erkrankung Akne richtig behandeln. In schwereren oder eigentherapieresistenten Fällen sind verschreibungspflichtige Medikamente wie Retinoide (Tretinoin, Isotretinoin, Adapalen), Azelainsäure oder Antibiotika nötig.
Für leichtere Fälle gibt es viele freiverkäufliche Produkte oder Hausmittel, die gut gegen Pickel helfen und im folgenden vorgestellt werden.

Was hilft gegen Pickel? Ein Behandlungskonzept.

Für die Behandlung von unreiner Haut mit Pickeln und Mitessern benötigt man ein schlüssiges Behandlungskonzept aus mehreren Schritten, denn nur das hilft wirklich. Zuerst steht die Reinigung an (1), anschließend – bestimmte “Hauttypen” überspringen mitunter diesen Schritt – folgt das Klären (2) und danach die Intensivpflege, ein Medizinprodukt oder Arzneimittel aus der Apotheke (3). Werden besonders austrocknende Wirkstoffpräparate eingesetzt, so kann danach eine Feuchtigkeitspflege (4) aufgetragen werden.

Bei vereinzelten Pickeln können “On the spots Sticks” oder Abdeckstifte (Zusatz 1) gezielt aufgetragen werden und helfen. Dazu kann wiederum je nach Erscheinungsbild ein bis zweimal in der Woche ein Peeling oder eine Maske (Zusatz 2) angewendet werden.

Es gibt spezielle Pflegeserien für Akne-Haut (siehe weiter unten), die einzelne Produkte für mehrere Schritte beinhalten.

Schritt 1: Reinigen

Durch das Reinigen wird überschüssiger Talg entfernt, aber auch Schmutz und Make-up. Dabei gilt: nicht zu oft – zwei mal täglich ist ideal und ausreichend. Wer zu oft wäscht, trocknet die Haut aus. Sie ist gereizt – mitunter gerötet – und reagiert mit stärkerer Talgproduktion. Das verschlimmert das Problem.

Zum Waschen sind z.B. Syndet-Präparate wie Imex Syndet oder das sebamed Waschstück geeignet. Diese Produkte sind seifenfrei und ihr pH-Wert entspricht dem der Haut.

Egal mit was die Haut gereinigt wird: Es sollte nur lauwarmes Wasser verwendet werden, denn zu heißes Wasser trocknet aus. Zum Abtrocknen ein Gesichtshandtuch verwenden und besser tupfen, als rubbeln. Das Handtuch sollte man alle zwei Tage wechseln, damit sich keine Bakterien festsetzen können.

Schritt 2: Klären

Nach der Reinigung wird die Haut mit einem Gesichtswasser bzw. -tonic behandelt, also geklärt. Dadurch werden die letzten Reste von Schmutz, Make-up und überschüssigem Talg entfernt. Je nach Zusammensetzung wirkt das Gesichtswasser noch beruhigend, entzündungshemmend oder zieht die Poren zusammen und verfeinert so das Hautbild. Bei der Wahl des richtigen Gesichtswassers, kommt es auf den Hauttyp (siehe unten) an. Die Anwendung ist denkbar einfach: Einen Wattepad mit dem Gesichtstonic anfeuchten und sanft über Gesicht und Hals fahren – fertig.

Schritt 3: Intensivpflege vs. Medizinprodukt/Arzneimittel

Im dritten Schritt werden je nach Hautproblem und mitunter auch Tageszeit (Morgenanwendung vs. Abendanwendung) eine Intensivpflege oder ein Medizinprodukt/Arzneimittel genutzt.

Je nach Erscheinungsbild und wie die eigene Haut reagiert, kann man auch morgens (tagsüber) nur die “mildere” Intensivpflege verwenden und abends, also über Nacht, das “stärkere” Medizinprodukt/Arzneimittel.

Intensivpflege

Pflegeprodukte sollten Feuchtigkeit spenden, aber nicht fetten. Außerdem versorgen sie die Haut mit Mineralien. Je nach Produkt gibt es Zusatzstoffe, die die Haut beruhigen und gegen unreine Haut vorbeugen oder gegen Pickel helfen. Wichtig sind passende Produkte, abgestimmt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Hauttyps. Sämtliche Pflegeprodukte sollten natürlich frei von komedogenen (“mitesserfördernden”) Stoffen sein.

Medizinprodukt/Arzneimittel

Wenn Kosmetik alleine nicht ausreicht, kann man zu rezeptfreien Präparaten aus der Apotheke greifen. Sie enthalten Wirkstoffe wie z.B. Fruchtsäuren, Benzoylperoxid (BPO) oder Salicylsäure.

Benzoylperoxid schält die Haut, was einer Verhornung der Talgdrüsen entgegen wirkt. Außerdem wirkt BPO antibakteriell, d.h. es unterbindet das Wachstum von Bakterien und beugt so Entzündungen vor. Für die meisten ist es unproblematisch und gut verträglich. Studien haben gezeigt, dass geringere Wirkstoffkonzentrationen ähnlich wirksam sind wie höhere, bei jedoch deutlich weniger Nebenwirkungen, wie Hauttrockenheit, Hautschuppungen oder Rötungen. Die meisten Hersteller bieten Konzentrationen zwischen 3 und 10 Prozent an. Der Wirkstoff ist z.B. in folgenden Produkten enthalten:

Salicylsäure wirkt ebenfalls der Verhornung entgegen, außerdem noch entzündungshemmend und schwach antibakteriell. Hier ist jedoch in Bezug auf die Wirksamkeit zu beachten, dass es rezeptfrei nur in deutschen Kosmetika, wie bspw. der Zeniac LP Creme (0,5%) oder der Zeniac LP forte Creme (1%), oft kombiniert – bspw. mit AHA (Alpha-Hydroxy-Säuren) – und nur bis zu max. 2%iger Konzentration enthalten ist. In diesen Konzentrationen erzielt Salicylsäure aber nur eine oberflächliche “Schälwirkung”. Erst ab fünf Prozent wird ein komedolytischer, d.h. Komedonen (Mitesser) auflösender, Effekt erzielt. Aus diesem Grund gilt in Deutschland BPO als “geeigneterer” rezeptfreier Wirkstoff im Kampf gegen Pickel und Akne.

Schritt 4: Feuchtigkeitspflege

Eine separate, anschließende Feuchtigkeitspflege braucht eigentlich nur, wer zuvor ein besonders austrocknendes Wirkstoffpräparat eingesetzt hat.

Zusatz 1: Anti-Pickel- & Abdeckstifte

Manchmal sprießt allem trotz der ein oder andere Pickel. Auch wenn die Versuchung groß ist: Lieber nicht selbst ausdrücken, sonst kann es Narben geben. Besser zur Kosmetikerin oder zum Hautarzt gehen. Für schnelle Abhilfe gegen einzelne Pickel gibt es antibakterielle Pickelstifte. Sie trocknen die Pickel aus, sorgen dafür, dass sie schnell abheilen und die meisten decken Pickel ab:

Wer mehr als den vereinzelnten Pickel hat, kann Make-up – und in besonders schweren Fällen Camouflage – verwenden. Das Make-up sollte für unreine Haut bzw. Akne-Haut geeignet sein, damit sich das Hautbild nicht verschlimmert.

Zusatz 2: Peelings und Masken

Insbesondere bei unreiner Haut und bei Pickeln oder Mitessern bieten sich gelegentliche Peelings an, höchstens zwei mal pro Woche. Sie entfernen überschüssigen Talg gründlich und wirken der Verhornung entgegen. Sie befreien die Haut von abgestorbenen Haut- und Hornschüppchen. Eine Möglichkeit ist die professionelle Behandlung bei einer Kosmetikerin. Aber auch für zu Hause gibt es gute Alternativen:

Masken bieten Extra-Pflege, aber auch hier gilt: Weniger ist mehr. Einmal pro Woche reicht völlig aus. Je nach Inhaltsstoffen entziehen Masken der Haut überschüssigen Talg, versorgen sie mit Mineralien, wirken entzündungshemmend, verfeinern das Hautbild oder beruhigen die Haut. Viele Masken kann man als Hausmittel selbst machen z.B. mit Quark. Oder man greift auf fertige Produkte zurück:

Wer, was, wann – zum Hauttyp muss es passen

Zum Reinigen Waschgel, -lotion oder -schaum, zur Pflege Creme, Gel oder Lotion und dann noch die Entscheidung welches Gesichtswasser oder lieber gar keins: Alles ganz schön unübersichtlich. Was passt zu welchem Hauttyp? Das Wichtigste in Kürze:

Trockene Haut ist schnell gereizt, neigt zu Rötungen, Schuppungen, Spannungsgefühlen und braucht daher viel Pflege. Es darf daher ruhig eine reichhaltige Pflegecreme verwendet werden, die nach dem Reinigen und Klären aufgetragen wird. Zum Reinigen milde Produkte, wie z.B. Reinigungslotions, verwenden. Beim Gesichtswasser unbedingt darauf achten, dass es keinen Alkohol enthält. Der trocknet die Haut zu stark aus. Falls die Haut nach dem Klären spannt, Gesichtswasser ganz weglassen. Trockene Haut ist in der Regel feinporig, daher sind alle Produkte, die die Poren verfeinern, nicht angebracht. Sie führen dazu, dass die Poren verstopfen. Das kann Pickel und Mitesser verursachen.

Mischhaut bedeutet, dass die Wangen eher zur Trockenheit neigen, während Stirn, Nasenrücken und Kinnpartie – die sogenannte T-Zone – eher fettig sind. Hier treten am ehesten Unreinheiten auf. Wenige Pickel lassen sich gut mit speziellen Abdeckstiften in den Griff bekommen. Auch hier gilt, reinigen mit einer Lotion, klären mit einem alkoholfreien Gesichtswasser. Dann eine für Mischhaut geeignete Pflege auftragen.

Fettige Haut hat oft große Poren und produziert zu viel Talg. Reinigungsprodukte und Gesichtswasser sollten für fettige Haut geeignet sein. Um überschüssigen Talg zu entfernen bietet sich ein alkoholhaltiges Gesichtswasser an. Alkohol zieht auch die Poren zusammen und verfeinert so das Hautbild. Die Pflege sollte nicht zu reichhaltig ausfallen. Fettige Haut neigt leicht zu Unreinheiten.

Whiteheads: Geschlossene Mitesser auf der Stirn

Whiteheads: Geschlossene Mitesser © ahmet ercan senkaya / Bigstock.com

Viele Mitesser (& wenig oder keine Entzündungen). Mitesser (lat. Komedo) entstehen durch eine Verhornungsstörung des Kanals eines Talgdrüsenfollikels (Pore). Durch zu starke Verhornung kann der Talg nicht mehr abfließen, die Pore verstopft. Mitesser sind nicht entzündliche Effloreszenzen. Wer viele Mitesser hat, dem helfen alle Maßnahmen, die die Poren öffnen, z.B. ein Dampfbad. So kann der Talg abfließen. Auch Produkte mit Fruchtsäuren, die der Verhornung entgegen wirken, sind zu empfehlen, z.B. die Zeniac-Pflegeserie. Außerdem gibt es noch spezielle Strips mit denen man Mitesser entfernen kann, z.B. den NIVEA VISAGE Clear up Strip.

Viele Entzündungen. Manchmal können Entzündungen, Rötungen oder eitrige Pusteln entstehen. Daran sind die sogenannten Akne-Bakterien beteiligt. Auch hier gilt die Haut sorgfältig zu reinigen und zu pflegen, also Reinigen – Klären – Pflegen. Dabei sollte man besonders auf Hygiene achten und regelmäßig das Handtuch für das Gesicht wechseln. Alle Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend und beruhigend wirken sind tun der Haut gut. Die meisten Pflegeserien für Akne-Haut enthalten entzündungshemmende Wirkstoffe. Außerdem hilft der Wirkstoff D-Panthenol gegen entzündete Pickel. Wer unter vielen Entzündungen oder Pusteln leidet, sollte unbedingt einen Hautarzt aufsuchen. Dieser verschreibt dann unter Umständen Präparate, die Antibiotika oder andere entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten.

Pflegeserien für Akne-Haut

Einige Kosmetikunternehmen haben komplette Produkt-Serien für bzw. gegen unreine Haut entwickelt, diese beinhalten dann oftmals die Schritte Reinigen, Klären und (Intensiv-)Pflegen. Hier eine Auswahl:

Was sonst noch gegen Pickel hilft

Jenseits von Waschlotions, Cremes mit oder ohne Wirkstoff und Peelings gibt es noch einiges, was man gegen Pickel und Akne tun kann.

Ihre Entstehung wird durch viele Faktoren beeinflusst: Rauchen und Stress können Akne verschlimmern – also am besten beides vermeiden. Auch die Ernährung spielt eine Rolle. So haben nach aktueller Studienlage z.B. zu viele Kohlenhydrate und Milchprodukte einen negativen Einfluss. Weniger von beidem, kann gegen Pickel helfen.

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