Einfluss der Ernährung auf Akne: Immer mehr Anzeichen

Jennifer Burris, Wissenschaftlerin und Doktorandin des Department of Nutrition, Food Studies, and Public Health der Steinhardt School of Culture, Education, and Human Development der NYU, ihre Kollegin Kathleen Woolf und William Rietkerk (vom Department of Dermatology des New York Medical College) haben sich über 100 Jahre Fachliteratur, die sich mit dem Einfluss der Ernährung/Ernährungsweise auf Akne beschäftigt, angeschaut und ausgewertet.

Von anfänglich 104 via PubMed gefundenen Artikeln blieben nach Anwendung bestimmter Kriterien 16 übrig, die durch 11 weitere aus einer manuellen Suche ergänzt wurden. Nach der Recherche der 27 Artikel ließen sich drei unterschiedliche Phasen einteilen: die frühe Geschichte (ab dem Ende des 19. Jh.), der Beginn des Akne-Diät Mythos (1960er) und die aktuelle Forschung (bis 2012).

Als Resultat entstand ein Review, das in der März 2013-Ausgabe des “Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics” unter dem Titel “Acne: The Role of Medical Nutrition Therapy.” veröffentlicht wurde.

Die Analysen des Forscherteams ergaben, dass es zunehmend mehr Anzeichen für eine Verbindung zwischen einer bestimmen Ernährungsweise und Akne gibt. Dieser Zusammenhang sei beim regelmäßigen Konsum von Lebensmitteln mit einer hohen glykämischen Last (GL) bzw. Index (GI) und Milcherzeugnissen stärker als bei anderen Ernährungsweisen, sodass die “medical nutrition therapy (MNT)” eine bedeutende Rolle in der Akne Behandlung spielen kann.

Forschungsergebnisse aus dem 19. bis Mitte 20. Jh.

Im späten 19. Jahrhundert und bis Mitte des 20. hatte die Forschung in einer Reihe von Untersuchungen bereits den Einfluss der Ernährungsweise auf Akne hergestellt. Schokolade, Zucker sowie Fett wurden als “Schuldige” identifiziert. Daraufhin wurde die Ernährungsumstellung (bspw. “Verbot” bestimmter Lebensmittel) zur ergänzenden Akne Behandlung genutzt, obwohl die Pathogenese der Akne im Vergleich zu heute wenig bekannt war.

Die Entstehung des Akne-Ernährungs-Mythos

Schokoladenstücke

Einfluss von Schokolade auf Akne © Natika / Bigstock.com

In den 1960/70er Jahren sorgten dann zwei Studien für den teils bis heute anzutreffenden Mythos und großen Konsens unter Medizinern, dass die Ernährung mit Akne rein gar nichts zu tun hätte. Die Studien von damals, die den Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Akne untersuchten, hatten jedoch mehrere “Schwachstellen”. Zum einen war die Zahl der Studienteilnehmer extrem klein, das Placebo ungeeignet, die Vergleichsgruppen nicht zweckmäßig und auch die Datensammlung inkonsistent. Am Ende wurden die Studien dann so fehlinterpretiert, dass Akne und Ernährung nichts miteinander zu tun hätten, in Wahrheit wurde aber wie gesagt – mehr schlecht als recht – nur der Einfluss von Schokolade auf Akne untersucht…

Noch wichtiger ist aber zu wissen, dass die Studien zu einer Zeit durchgeführt wurden, als Dermatologen den Einfluss der Hormone auf Akne noch gar nicht wirklich verstanden haben und auch nicht bekannt war, dass man eine gewisse Studienlänge braucht um eine Auswirkung auf die Entwicklung der Akne zu sehen. Trotz aller Unzulänglichkeiten und Schwächen wurden die Studien so oft (fehl-)zitiert und damit populär, dass es fast 40 Jahre lang keine weitere Forschung auf dem Gebiet mehr gab!

Neueste Forschungsergebnisse

Aus neueren Studien bis 2012, die den Zusammenhang zwischen Akne und Ernährung dann wieder untersuchten, resümierten die Studienautoren, dass eine Ernährungsweise mit Lebensmittel mit hoher glykämischen Last bzw. einem hohen glykämischen Index und der Konsum von Milchprodukten im Vergleich zu anderen die führenden Faktoren sind, um einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und Akne herzustellen. Die neueren Ergebnisse besagten, dass die eben genannten Lebensmittel möglicherweise die Akne beeinflussen oder verschlimmern, sie aber noch keinen Schluss darauf zulassen, ob Akne allein durch eine bestimmte Ernährung entsteht.

Bisher gibt es keine randomisierte Kontroll-Studien, die den Zusammenhang zwischen regelmäßigen Konsum von Milch oder Milcherzeugnissen und Akne untersucht haben. Ähnlich dürftig ist die Anzahl an Studien, die den Zusammenhang zwischen fettreicher Ernährung und/oder Omega-3-Fettsäuren untersuchten, die Beweislast ist daher noch weniger gegeben, aber es gibt Hinweise, dass Omega-3-Fettsäuren sich positiv auf die Reduzierung einer Akne auswirken können.

Fazit und Ausblick

Als Fazit empfiehlt das Forscherteam, dass Dermatologen und Ernährungsexperten enger zusammenarbeiten sollten um qualitative, von methodischen Unzulänglichkeiten freie, Forschung mit randomisierten Kontroll-Studien auf dem Gebiet zu betreiben. Obwohl die Auswertungen im Rahmen des Review eine Verbindung zwischen Akne und Ernährung herstellen konnten, sind weitere Untersuchungen erforderlich um die neueren Studien zu verstehen, den Einfluss der Ernährung auf Akne zu bestimmen und entsprechende Empfehlungen für die “medical nutrition therapy (MNT)” zu geben.

Die Wissenschaftler setzen sich für weitere Forschungsarbeit ein, die die Rolle der Ernährung in der Akne Pathogenese untersuchen soll. Es gebe einen großen Bedarf für gut durchgeführte randomisiert Kontrollstudien, die helfen Ursachen und Einfluss der MNT auf Akne zu erforschen.

Für die Akne Behandlung sei es wichtig, jeden Patienten individuell zu betrachten und dabei auch die Möglichkeit des Ernährungseinflusses mitsamt einer Umstellung bzw. Anpassung der Ernährung – zusätzlich zur konventionellen Behandlung – zu berücksichtigen. Neben einer eventuell positiven Auswirkung auf die Hauterkrankung könnte eine milcharme/-freie (trotzdem sollten Kalzium und Vitamin D anderweitig zugeführt werden) bzw. gemüse-/obstreiche Ernährung im Rahmen einer GL/GI-Diät auch einen guten Schutz gegen andere chronische Krankheiten darstellen, zumal sie nicht schädlich sind. Für manche Patienten kann auch die Gewichtsreduzierung ein positiver Nebeneffekt sein.

Eine generelle Empfehlung zur Behandlung der Akne durch Ernährungsumstellung kann jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nicht gegeben werden, da für belastbare Richtlinien zusätzliche Forschungsarbeit nötig ist und die aktuellen Zusammenhänge noch zu weit unklar sind.

Panoxyl & Brevoxyl kommen nicht mehr in den Handel

Das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline hat die Produktion von Panoxyl und Brevoxyl eingestellt. Betroffen ist die gesamte Panoxyl “Serie” mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid, d.h. von der Panoxyl W Emulsion (10% BPO-Anteil; “Rinse off”-Therapie, also zum sofortigen Abwaschen) bis hin zu den einzelnen Cremes in den drei Konzentrationen 2.5, 5 und 10% (“Leave on”-Therapie, zum Verbleib auf der Haut). Ebenfalls außer Handel ist absofort die Brevoxyl 4% Creme (PZN 55283).

“Wirtschaftliche Gründe” führen zum Herstellungsende

Panoxyl mild 2,5 % Creme

Panoxyl mild 2,5 Creme

Dabei hatte “GSK” im Januar diesen Jahres gegenüber akne-blog.de noch schriftlich erklärt, dass die Panoxyl mild 2,5 Creme (PZN 3876626) nach Verzögerungen in der Warenverfügbarkeit aus diversen produktionstechnischen Gründen – die anscheinend bereits seit Mitte 2012 bestanden – im Februar 2013 wieder an den Handel ausgeliefert werden sollte und somit spätestens Anfang März über Apotheken in Deutschland ausreichend verfügbar sein sollte.

Nun hat sich der Konzern jedoch aus “wirtschaftlichen Gründen” dafür entschieden, dass das Produkt doch nicht mehr in den Handel kommen wird.

BPO-Marktsituation in Deutschland (Monopräparate)

Das ist insofern bedauerlich, als dass es nun aktuell in Deutschland kein einziges (Mono-)Präparat mit einem 2,5%igen BPO-Wirkstoffanteil mehr zu kaufen gibt. Denn auch das Sanoxit 2,5% Gel ist außer Handel.

Damit bleiben nur 2 Alternativen mit 3% Benzoylperoxid-Konzentration: Cordes 3% BPO und Aknefug Oxid mild 3%. Sollte man diese hingegen nicht vertragen, sieht es leider in Bezug auf den sehr potenten Wirkstoff Benzoylperoxid in niedriger Konzentration schlecht aus.

Reaktionen aufs Panoxyl-Aus

Panoxyl mild 2,5 Creme war aufgrund ihrer Konsistenz im Vergleich zu Konkurrenzpräparaten bei vielen “Aknebetroffenen” mit einer Langzeitanwendung (bspw. zur selbständigen Akne-Erhaltungstherapie) sehr beliebt. Von daher sind die Reaktionen vierlerorts, wenn man sich in den einschlägigen Foren – auch im Ausland – umschaut, enttäuschend.

Niedrig konzentrierte BPO Alternativen aus dem Ausland

Nun könnte man auf die Idee kommen und niedrig dosierte BPO Präparate aus dem Ausland beziehen, wo diese inbesondere in den USA derzeit ausreichend erhältlich sind (dort nicht apothekenpflichtig).

Entsprechende Produkte gibt es bspw. von acne.org (2,5% BPO Anteil im “Treatment”), Neutrogena (Complete Acne Therapy System, BPO Konzentration in der Control Lotion 2,5%), ProActiv Solution (Lotion mit 2.5% BPO) oder AcneFree (AcneFree 3 Step Acne Treatment Kit).

Die Einfuhr nach Deutschland gestaltet sich aber relativ schwierig bzw. ist eventuell sogar verboten…

Rummel um Akne-Medikament Diane 35 in Frankreich

Die französische Arzneimittelaufsicht (ANSM) hat die Ärzte in Frankreich aufgerufen, das oft auch als Antibabypille genutzte Akne-Medikament Diane 35 nicht mehr zu verschreiben. Die Marktzulassung solle binnen drei Monate ausgesetzt werden und alle Packungen, auch Generika, aus dem Verkehr gezogen werden.

In Frankreich werden vier Todesfälle in Folge von Venenthrombosen mit der Einnahme des vom deutschen Pharmakonzern Bayer hergestellten Medikaments in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Zusammenhang gebracht. In 125 weiteren Fällen wurden nicht-tödliche Blutgerinnsel in Venen oder Arterien registriert. Laut der Daten der Behörde haben “Diane 35”-Patienten ein vierfach erhöhtes Risiko, an einer Venen-Thrombose zu erkranken. Es ist aber generell bekannt, dass die Einnahme von Antibabypillen dieses Risiko erhöht, insbesondere bei Älteren, Übergewichtigen, Rauchern und familiärer Neigung zu Thrombosen.

Diane 35 nicht als Verhütungsmittel zugelassen

Akne-Medikament & Antibabypille Diane 35

Akne-Medikament Diane 35

Das Medikament ist in Frankreich seit 1987 eigentlich als Mittel gegen Akne zugelassen, aufgrund der enthaltenen Hormone besitzt es aber auch eine verhütende Wirkung. Derzeit nehmen laut ANSM 315.000 Frauen in Frankreich Diane 35 oder ein Generika davon ein. Sie werden nun dazu aufgerufen mit ihrem Arzt eine andere der zahlreichen Therapiemöglichkeiten zu nutzen.

Bayer hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass das in über 100 Ländern weltweit zugelasse Medikament mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol und Cyproteronacetat gar nicht zur Verhütung empfohlen und nur zur Behandlung von Akne verschrieben werden dürfe. Dem Konzern lägen “keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse” vor, die etwas am “positiven Nutzen-Risiko-Profil” von Diane 35 ändern würden. Der Beipackzettel weise zudem deutlich auf das Risiko einer Thrombose, also Blutgerinsel, die Lungenembolien und Schlaganfälle auslösen können, hin.

Droht ein EU-weites Verbot für Diane 35?

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) gab unterdessen bekannt, dass die zum Präparat vorliegenden Daten erneut auf Nutzen und Risiken untersucht sowie ausgewertet werden. Die Überprüfung sei aufgrund der Entscheidung der französischen Behörde notwendig. Anschließend werde entschieden, ob die Marktzulassungen für das Medikament weiterhin länderspezifisch vari­ieren, ausgesetzt oder widerrufen werden.

In Deutschland weiterhin Akne-Medikament

Ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn hat mitgeteilt, dass die Verschreibung von Diane-35-Pillen in Deutschland ohnehin “sehr restriktiv” gehandhabt wird. Die Verschreibung ausschließlich zur Verhütung sei in Deutschland “nicht mehr möglich”. Das Medikament solle in erster Linie Frauen mit ausgeprägter Akne verschrieben werden und nicht vorrangig oder gar ausschließlich zur Verhütung. Dies stehe so in den Fachinformationen für Ärzte, die u.a. das Absetzen des Präparats nach Abheilen der Akne fordern. Zudem gebe es darüber hinaus keine “veränderte Datenlage im Zusammenhang mit Diane-35”.

Niedrig dosierte BPO-Präparate schwer zu bekommen

Niedrig dosierte Mono-Präparate mit dem bei Akne und Pickeln jahrelang bewährten Wirkstoff (Di-)Benzoylperoxid (Wirkstoffanteil 2,5 % – 3 %), zum Auftragen auf die Haut sind aktuell bzw. schon seit einiger Zeit in deutschen Apotheken schwer zu bekommen.

Von diesem Engpass sind vor allem diejenigen betroffen, die die apothekenpflichtigen aber rezeptfreien Arzneimittel zur Selbst-Therapie ihrer Akne nutzen, da BPO-Produkte hier weiterhin als sehr effektives Mittel im Kampf gegen Mitesser (Komedonen), Knötchen (Papeln) und Pickel (Pusteln) gelten. Auch im Rahmen einer Erhaltungstherapie werden die niedrigdosierten Präparats empfohlen.

Sanoxit 2,5%: Verfügbarkeit weiter unklar

Wie akne-blog.de von der deutschen Niederlassung des Schweizer Pharmasteller Galderma erfahren hat, gibt es hierzulande weiterhin Probleme bei der Auslieferung des niedrig dosierten BPO-Produkts Sanoxit 2,5% (PZN 04835523). Eine Einstellung der Produktion konnte auf telefonische Nachfrage hin jedoch nicht bestätigt werden, nur dass es aktuell nicht absehbar ist, wann das Arzneimittel in Deutschland wieder ausreichend verfügbar sein wird. Das könnte in vier Wochen, aber auch erst in 8 Wochen oder noch später der Fall sein.

Panoxyl mild 2,5% Creme voraussichtlich wieder ab Ende Februar / Anfang März 2013 erhältlich

Panoxyl mild 2,5 % Creme

Panoxyl mild 2,5 % Creme

Aus diversen produktionstechnischen Gründen hat sich auch die Warenverfügbarkeit der Panoxyl mild 2,5% Creme (PZN: 3876626) von GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG verzögert.

Wie akne-blog.de auf Anfrage schriftlich mitgeteilt wurde, soll das BPO-Monopräparat voraussichtlich ab Mitte/Ende Februar 2013 wieder an den Handel ausgeliefert werden können und somit ab Ende Februar / Anfang März in den Apotheken ausreichend erhältlich sein.

Alternativen zum derzeitigen Engpass

Als kurzzeitig verfügbare Alternativen bleiben aktuell in Deutschland eigentlich nur noch Cordes BPO 3% von ICHTHYOL (Gel PZN 3332702 und 3675566) und Aknefug Oxid mild 3% (PZN: 6302357 und 4927745) von der Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel.

Entgegen der Engpässe bei den niedrig konzentrierten Versionen sind die höherdosierten BPO-Produkte (ab 5 bis 10 %) in den Apotheken weiterhin gut verfügbar. Notfalls könne man diese “strecken” bzw. die Anwendungshäufigkeit und Menge in der Behandlung reduzieren, bis wieder ausreichend niedrig dosierte Präparate zum Kauf erhältlich sind.

Der (vorübergehende) Umstieg auf einen anderen Wirkstoff ist möglich, aber mitunter eher stärker risikobehaftet (Verträglichkeit, evtl. Anfangsverschlechterung, usw.).

Akne Hausmittel – Was wirklich hilft…

13. August 2009 · Allgemein · 3 Kommentare ·

In den einschlägigen Foren, Ratgebern und Communitys wird immer wieder nach Akne Hausmitteln bzw. Hausmittel gegen Pickel oder unreine Haut gefragt. Bevor man sich der Beantwortung der Frage, welche Hausmittel es gibt, ob sie empfehlenswert sind, wie sie wirken und was sie leisten, widmen kann, muss man sich erst mal mit dem Begriff und der Definition “Hausmittel” auseinandersetzen.

Was sind Hausmittel?

Wikipedia definiert Hausmittel wie folgt: “Hausmittel sind einfache häusliche Mittel und Maßnahmen zur Selbstmedikation, die privat, oft familiär überliefert werden.” Im weiteren Sinne werden unter Hausmittel eigentlich alle Mittelchen verstanden, die irgendwie eine nicht-professionelle Lösung oder Anwendung auch im nicht-medizinischen Bereich darstellen. Doch welche Mittel fasst man jetzt bspw. bei Akne darunter?

Was gibt es für Akne Hausmittel?

Als “Überlieferung” zählen sicherlich solch Mittel wie Teebaumöl, Aloe Vera, Rotlicht, Säuren (v.a. Zitronensäure), Bierhefe, Heilerde, Apfelessig, (Eigen-) Urin, Zahnpasta, Reinigungsmasken (auch eigen kreierte aus Quark und Honig bspw.), Kieselsäure-Gel oder auch Tee (Klettenwurzel, Birke, Blutreinigungstee und verschiedene andere Rezepte). Selbst Sonnenbestrahlung gilt oftmals als Hausmittel gegen Akne. Ebenso werden auch Nahrungsergänzungsmittel, verschiedenste Vitamine (v.a. Vitamin B5, auch Pantothensäure genannt) und Zink eingenommen. Zu guter letzt sind auch Heilkräuter und homöopathische Ansätze zu nennen.

Akne Hausmittel & Alternativen

Zitronensäure gegen Akne

Gleich abzuraten ist von Experimenten mit Zitronensäure, die zu enormen Hautreizungen und -irritationen führen können. In diesem Fall sollte man lieber Fruchtsäurepeelings beim Hautarzt oder der Kosmetikerin probieren. Produkte mit niedrig konzentrierten AHA und BHA sind online erhältlich.

Zahnpasta gegen Pickel

Zahnpasta Tube

Zahnpasta gegen Pickel © lineartestpilot / Bigstock.com

Manche Zahnpasta enthält Zink, dass Pickel austrocknet und bei der Wundheilung hilft, jedoch ist auch Fluor ein weiterer Inhaltsstoff, der für Hautreizungen sorgt (insbesondere Rötungen, Entzündungen). Als Ersatz bietet sich Zinksalbe an, bspw. die Cicalfate von Avene oder die Cicaplaste von La Roche Posay.

Teebaum- und Manuka Öl

Sehr effektiv und gut sind Teebaumöl oder noch besser Manuka-Öl. Diese Öle sind nicht-komedogen und wirken gegen Entzündungen. Sie werden einfach auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Manuka riecht etwas strenger, soll aber etwas milder sein und ist derzeit ein echter Geheimtipp als Akne Hausmittel!

Masken (Heil-Erde, eigene)

Heilerde gilt ebenfalls als ganz angenehm und kann 1-3 die Woche als Maske auf die Haut aufgetragen werden, um die Haut von Fett und Talg zu befreien. Abgestorbene Zellen werden gleich mit abgetragen. Neben Heilerde ist auch die Reinigende Maske von Merz Spezial sehr gut! Eigens angerührte Masken (“Rezepte” und Anleitungen gibt es im Netz, bspw. mit Honig, Quark, Ananas, Karotten) müssen ausprobiert werden, nicht jeder verträgt da alles.

Sonnenbad bei Pickeln

Richtiger Sonnenschutz

Der richtige Sonnenschutz © Natalya Glinskaya / Bigstock.com

Die Wirkung von Sonne und UV-Strahlen auf die Haut ist neben der üblichen Sonnebrand und Allergiegefahr umstritten. Zwar wirkt das Sonnenlicht antibakteriell, doch besteht gleichzeitig die Möglichkeit der Verdickung der obersten Hautschicht und neuer Mitesserbildung. Daher in Maßen und mit entsprechenden für Akne-Haut geeigneten Sonnenschutzmitteln durchaus ok (Mitagssonne auf jeden Fall meiden).

Aloe Vera

Aloe Vera versorgt die Haut mit sehr viel Feuchtigkeit, soll die Haut glätten und vor Irritationen bewahren sowie die gereizte Haut normalisieren. Bei solchen Feuchtigkeitscremes sollte man insbesondere auf die weiteren Bestandteile achten, diese sollten nicht-komedogen sein.

Nahrungsergänzungsmittel

Oral eingenommene Nahrungsergänzungsmittel, wie Vitamine (bspw. B5, auch Pantothensäure genannt), Bierhefe oder Zink (z.B. Unizink 50), können getestet werden. Über Zink gibt es im Akne-Blog einen eigenen Blogbeitrag: Zink-Tabletten gegen Akne. Mit der Dosis der Mittelchen sollte man aber aufpassen, Überdosierung und eine langfristige Einnahme kann Schäden hervorrufen.

Rotlicht

Ebenfalls umstritten ist Rotlicht. Sicherlich kann man das mal probieren, ob es dann hilft (entzündungshemmend), muss man sehen. Gefahr besteht hier wieder bei Rötungen, da die Haut stärker durchblutet wird.

Dampfbad

Ein Dampfbad öffnet die Poren und wirkt entzündungshemmend. Eine Öffnung der Poren sorgt aber auch für nach außen dringenden Talg, der für eine Verhornungsstörung kann, wenn er nicht ordentlich abfließt. Ein solches Dampfbad wird vor allem durch eine Kosmetikerin kurz vor einer Ausreinigung angewandt.

Fazit Akne Hausmittel

Man sollte nicht alles glauben und nehmen, was einem aus Überlieferungen erzählt wurde. Manche Hausmittel gegen unreine Haut enthalten zwar “verheißungsvolle” Inhaltsstoffe, doch dafür sorgen andere Bestandteile für Hautreizungen, Rötungen und neue Entzündungen. Zumal darf man von den Hausmitteln nicht allzu viel erwarten. Sie sollte eher begleitend zu einer Therapie durch den Arzt mit erwiesenen Wirkstoffen eingesetzt werden.

Akne im Schlaf durchs Kopfkissen?

11. Januar 2009 · Themen · 6 Kommentare ·

Ist das Kopfkissen ein Bakterienherd? Das ist eine Frage, die ich auch schon ab und an gehört habe. In diversen Foren sagen einige, dass sie auf der “Schlaf-Seite”, die also direkt auf dem Kissen oder der Bettwäsche liegt, mehr Akne-Pickel haben.

Ursache der Akne-Pickel im Schlaf

Ursache könnte sein, dass durch das einseitige Schlafen, nur wenig Luft an diese Hälfte kommt und vor allem Bakterien, die sich auf dem Kopfkissen absetzen und mit der Zeit vermehren, direkten Kontakt mit der Gesichtshaut haben. Dazu kommt, dass man im Schlaf eventuell noch ein wenig schwitzt, sodass die Bakterien sich bei diesen Bedingungen (warm und feucht) gut entwickeln können. Neben diverser Absonderungen der Talgdrüsen und der ein oder anderen Hautpartikel kann da schon ein wenig was zusammenkommen.

Wie finde ich heraus, ob ich Pickel durch das Kissen bekomme?

Junge Frau schläft mit Kopfkissen

Akne im Schlaf durchs Kopfkissen? © Denis Raev / Bigstock.com

So leicht rauszubekommen ist das leider nicht. Rein subjektiv könnte man sich immer “was einbilden”. Ein Tipp wäre bspw. mal auszuprobieren ein, zwei Wochen nur auf einer Seite zu schlafen und sich dann beide Wangen bzw. Gesichtshälften anzuschauen/zu vergleichen. Danach sollte man die gleiche Zeit auf der anderen Seite schlafen und schauen, wie es dann aussieht. Am besten haltet ihr das mit Fotos fest und benutzt ansonsten die gleiche Therapie. Bettwäsche am besten am Anfang ein mal neu rauf und dann zum Wechsel nochmal. So könntet ihr rausbekommen, ob Akne-Pickel durch das Kopfkissen kommen.

Lösung: Pickel durch Kopfkissen vermeiden

Eine Lösung könnte es sein, einfach das Kopfkissen bzw. den Bezug häufiger zu wechseln. Weiterhin kann man versuchen, sich anzugewöhnen auf dem Rücken zu schlafen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Nackenkissen (“Nackenhörnchen mit Microfaserbezug”) oder das Einschlafen auf den Handflächen, die dann den Kopf stützen. Nicht wenige Akne-Betroffene legen auch einfach ein Handtuch auf das Kissen, schlafen also auf diesem und nicht etwa direkt auf dem Bezug. Ebenso bieten sich eventuell Microfaserkissen oder spezielle Allergikerkissen an, die den Bakterien Einzug gebähren.

Ihr seht, es gibt mehrere Ideen, dem entgegenzuwirken. Im Endeffekt muss das aber jeder mal selber ausprobieren, in wiefern er damit klar kommt. Ich empfehle dazu, das Fenster anzuklappen, sodass frische Luft ins Zimmer kommen kann. Und das man die Bettwäsche regelmäßig heißt wäscht, versteht sich ja eigentlich von selbst.

Rote Flecken und Rötungen

30. Dezember 2008 · Themen · 7 Kommentare ·

Rote Flecken und Rötungen der Gesichtshaut treten bei vielen Patienten während der Akne-Therapie auf und sind meist auf Reste/Überbleibsel von Pickeln (rote Flecken) und die Medikamente (rote Haut / Rötungen) zurückzuführen. Während manche rote Flecken dementsprechend nach der Behandlung erstmal bleiben, gehen die durch die Medikamente hervorgerufenen Begleiterscheinungen in der Regel relativ schnell zurück, wenn man es absetzt bzw. die Anwendung zeitlich oder mengentechnisch reduziert.

Rötungen der Gesichtshaut sind bei eigentlich allen Medikamenten normal, da die Wirkstoffe direkte Reaktionen auf der Haut hervorrufen. Bei manchen Patienten treten diese Rötungen weniger stark auf, bei Betroffenen mit empfindlicherer Haut jedoch häufiger und vor allem stärker.

Ich stelle nun einige Produkte vor, die gegen rote Flecken und Rötungen während bzw. nach der Aknebehandlung helfen. Wie bei so vielen anderen Aknemedikamenten gilt es, auch hier viel zu testen, da nicht jeder gleich auf die Mittel reagiert und somit jedem was anderes helfen könnte. “Zum Glück” bleibt einen immer noch die Zeit, die bekanntermaßen Wunden heilt (und hier ist es wirklich so!).

Rote Flecken nach verheilten, abgeklungenen Pickeln

Wie schon in der Einleitung angesprochen, gehen rote Flecken leider nicht so schnell weg. Einige Arznei- und Kosmetikmittelhersteller haben spezielle Produkte entwickelt, die die Heilung und das Abklingen der roten Flecken unterstützen sollen. Mitunter kann das aber ein sehr langwieriger Prozess sein, sodass einige Flecken vielleicht erst nach mehreren Monaten verschwinden. Andere hingegen sind vielleicht schon nach ein paar Tagen oder Wochen weg.

Zink – innerliche Anwendung (systemisch)

Im Blog habe ich schon einmal über die innerliche Anwendung von Zink berichtet, dass diese die Wundheilung und Hautregeneration, insbesondere bei Entzündungen, als essentielles Spurenelement unterstützen kann. Pro Tag sollte man maximal 50mg Zink einnehmen, bei höheren Dosen (ab etwa 100mg täglich), die einen längeren Zeitraum eingenommen werden, kann es zu einer verminderten Aufnahme von Eisen, Kupfer, Mangan und Kalzium kommen. Durch den Kupfermangel wiederum droht eine mikrozytäre Blutaramut und ein Abfall der weißen Blutkörperchen. Kombipräparate mit Vitamin C sind in Deutschland weit verbreitet, haben aber den Nachteil, dass der Zinkanteil oftmals sehr gering ist. Empfehlenswert ist der Kauf von Zink-Picolinat, dieses soll am besten resorbiert werden. Die Einnahme geschieht am besten abends vor dem Schlafengehen. Bei einer längerfristigen Behandlung sollten pro 15mg Zink auch ein 1mg Kupfer zu sich genommen werden.

Empfehlung: Unizink 50

Zink – äußerliche Anwendung (topisch)

Hier empfehle ich zwei Medikamente, die mir geholfen haben: Zinksalbe Lichtenstein und die Avene Cicalfate (Heilsalbe). Bei der äußerlichen Anwendung nimmt man am besten einen ganz kleinen Fleck Zinksalbe, der auf die entsprechenden roten Flecken aufgetragen wird. Die Behandlung findet hier idealerweise am Abend statt, vor dem Schlafengehen. Bei der äußerlichen Anwendung von Zink kommt der Haut der gleiche positive Effekt zu, wie bei der innerlichen Anwendung. Beide schließen sich aber auch nicht aus, man kann also innerlich und äußerlich Zink “zu sich nehmen” (aber halt auf die Dosis aufpassen, siehe oben: Kupfermangel).

Cremes gegen rote Flecken: Rosaliac, Diroseal

Die Rosaliac von La Roche Posay bzw. Diroseal von Avene sind eigentlich zwei Cremes gegen Rötungen, helfen aber wohl auch gegen rote Flecken, indem sie durch ihre grüne Farbe kaschierend wirken. Zudem hilft die hautberuhigende Wirkung die roten Flecken ein wenig “hautfarbener” erscheinen zu lassen.

Heilerdemasken

Heilerdemasken fördern die Durchblutung und begünstigen die Wundheilung. Viele Aknepatienten haben die Heilerdemasken sehr positiv bewertet. In Richtung roten Flecken können diese was bringen, sind aber auf jeden Fall eine exzellente, begleitende Therapiemöglichkeit bei Akne.

Empfehlung: Luvos-Heilerde Gesichtsmaske

Peelings

Peelings sollen die Hauterneuerung anregen, indem oberste Hautschichten abgetragen werden und somit die Neubildung der gleichen gefördert wird. Durch das Abtragen verschwinden auch einige rote Flecken, bzw. sind nicht mehr ganz so stark sichtbar. Peelings gibt es in verschiedenen Stärken bzw. Konzentrationen, manche kann man frei in der Apotheke kaufen, andere werden nur von speziell ausgebildeten Kosmetikerinnen bzw. Ärzten durchgeführt. Für den Anfang kann man sich bspw. mal das milde Peeling-Gel von Avene oder die Cleanance MASK Peeling-Maske von Avene kaufen und schauen, wie die Haut darauf reagiert (Gefahr auf Rötungen).

Benzoylperoxid

Zahlreiche Aknepatienten berichten, dass ihre roten Flecken durch die “BPO-Methode” weggegangen sind bzw. nicht mehr so stark sichtbar waren, wenn sie BPO verwenden. Durch die austrocknende Wirkung des Stoffes Benzoylperoxid und die damit verbundene leichte Abschuppung der Haut, scheinen rote Flecken zu verblassen. Zusätzlich zu einer anderen Therapie (Iso, Roa, Differin, ec.) würde ich aber BPO nicht empfehlen, da es sonst zu viel für die Haut sein könnte (Stichwort: Rötungen, Austrocknung, Schüppchenbildung).

Empfehlung: Cordes BPO 3%, Aknefug Oxid mild 3

Sonne und Solarium?

In einem seperaten Artikel zum Thema Sonne, Sommer und Akne bin ich schon mal auf positive und negative Effekte des Sonnenbadens eingegangen. Hintergrund bei der Sonnen-Behandlung bei roten Flecken ist einfach, dass durch die Hautbräunung diese nicht mehr ganz so stark sichtbar sein sollen. Neben dem Sonnenschutz (Verwendung von nicht komedogenen Sonnengels!) besteht die Gefahr der Hautverhornung. Details gibt es aber im eben verlinkten Beitrag. Ein seperater Artikel zum Thema Solarium ist in Planung ;-)

Rötungen im Gesicht

Rötungen im Gesicht entstehen durch gereizte und trockene Haut oder durch verstärkte Durchblutung, welche umso besser bei dünnerer Haut sichtbar wird. Die Ursache ist klar: Eigentlich alle Therapien zielen darauf ab, die Haut gewissermaßen zu bearbeiten, indem bspw. Hautschichten abgetragen werden (Schuppung -> dünnere Haut), Haut erneuert oder gegen Bakterien angegangen wird. Dass die Haut darauf reagiert, sollte klar sein. Aufgrund der verschiedenen Hauttypen reagiert aber halt jeder anders, sodass bei manchen fast gar keine Rötungen bei der dermatologischen Aknebehandlung sichtbar sind, bei einem anderen aber vielleicht umso mehr. Zum Glück kann man jedoch an verschiedenen Stellen ansetzen und versuchen durch milde Medikamente Hautreizungen und Rötungen zu verringern.

Sanfte Reinigung

Schon bei der Reinigung der Haut kann man etwas falsch machen, wenn man eine sehr aggressive Reinigungslotion verwendet. Die Reinigungslotion für überempfindliche Haut von Avene ist sehr milde, schont die Haut und fühlt sich sehr gut an. Dadurch werden Rötungen vermieden. Wichtig ist die Verwendung von seifenfreien Lotions und der Verzicht von Alkohol in ihnen! Auch beim Abtrocknen könnte die Haut durch starkes Handtuch-Rubbeln gereizt werden. Tupfen Sie das Gesicht lediglich ab!

Thermalwassersprays von Avene, La Roche Posay und Vichy

Das Avene Thermalwasserspray kann unterwegs mitgenommen und angewandt werden: Kurz einmal übers Gesicht sprühen und es wird der Haut Feutigkeit gespendet. Es gibt auch ein Vichy Thermalwasser Spray und ein La Roche Posay Thermalwasser Spray. Thermalwasser ist schon seit Jahrhunderten für die besonders heilende, hautberuhigende Wirkung bekannt und ist Bestandteil vieler kosmetischer Produkte (auch vieler “Akne-Produkte”, bspw. von Avene).

Keine starken Peelings

Auch wenn Peelings vielleicht gut für die Hauterneuerung sind, können einige die Haut ziemlich angreifen. Daher nur milde Peelings verwenden und auch nicht so viele die Woche. Einmal in sieben Tagen reicht.

Spezielle Cremes gegen Rötungen: Rosaliac, Diroseal, Antirougeurs

Verschiedene Kosmetik- und Arzneimittelhersteller bieten mittlerweile ein großes Angebot an Produkten für zu Rötungen neigende Haut an. Beispielsweise gibt es von La Roche Posay die Rosaliac, von Avène kommt die Diroseal und die Antirougeurs (es gibt die Antirougeurs Tag Beruhigende Creme für trockene bis sehr trockene Haut und die Antirougeurs Tag Beruhigende Emulsion für normale, empfindliche Haut). Alle drei sollen Reizungen und Hitzegefühl lindern. Die Diroseal ist eine begleitende Intensivpflege zur medikamentösen Therapie von Rosacea. Dabei werden entzündungshemmende und abschwellende Wirkstoffe eingesetzt.

Wenn alles nichts hilft: Abdecken

Als Abdeckung kann man auch einen grün getönten Puder oder Abdeckstift verwenden, durch grüne Farbe werden Rötungen kaschiert, danach ganz normal Make Up oder Puder auftragen, damit das Grün nicht auffällt. Auch Männer können beispielsweise den COUVRANCE Korrekturstick grün von Avene verwenden. Abdecken kaschiert also nur die roten Flecken und Rötungen!

Pickel am Rücken / Akne auf dem Rücken loswerden!

30. Dezember 2008 · Allgemein, Themen · 9 Kommentare ·

Heute möchte ich mal ein bisschen was über Pickel und Akne-Erscheinungen auf dem Rücken schreiben. Nicht wenige Aknepatienten haben auch dort fiese Pickel, Papeln oder Pusteln, die natürlich stören und unangenehm sind, besonders wenn man beispielsweise mit jemanden gemeinsam duscht (nach dem Sport oder als Jugendlicher im Ferienlager) oder im Sommer oberkörperfrei am Strand liegt. Die Hautunreinheiten breiten sich manchmal auch auf angrenzende Gebiete, insbesondere die Schulter und die Brust, aus.

Die Ausprägung ist sehr differenziert, mancher hat nur ab und zu einen Pickel, andere größflächige, entzündeten Stellen mit vielen Papeln/Pusteln.

Akne auf dem Rücken

Akne auf dem Rücken © Dorota Caderek / Bigstock.com

Zur Behandlung der Pickel bzw. Akne am Rücken gibt es zahlreiche Mittel, die je nach Typ ruhig ausprobiert werden sollten. Ich stelle einige vor, die Aknepatienten in diversen Internetforen geholfen haben.

Benzoylperoxid

Benzoylperoxid, BPO abgekürzt, wirkt antibakteriell und keratolytisch, trägt die oberste Hautschicht ab und sorgt für eine Hauterneuerung. BPO wirkt gegen die Verhornungsstörung, die meist Ursache bei Pickeln auf dem Rücken ist (neben eingewachsenen Haaren). Die Anwendung von BPO gilt als sehr erfolgsversprechend, da es keine Resistenzen entwickelt, wie in etwa Antibiotika und die Nebenwirkungen (leichte Rötungen, Trockenheit der Haut) im Gegensatz zu den stärkeren Iso- und Roa-Produkten noch milde sind.

Bei der Behandlung des Rückens gilt es insbesondere die Bleichwirkung zu berücksichtigen und daher weiße T-Shirts nach der Anwendung zu tragen, da ansonsten farbige Kleidung verfärbt werden kann. Die Konzentration muss durch den Aknepatienten selbst ausprobiert werden. Da der Rücken nicht so empfindlich, wie in etwa die dünne Gesichtshaut ist, können hier auch 5-10%ige BPO-Produkte getestet werden. Nach der BPO-Anwendung am Rücken kann Feuchtigkeitscreme verwendet werden, insbesondere Urea-haltige Pflegeprodukte, wie die Eubos Urea 10% Körperlotion, können hier eine Alternative zu herkömmlichen, teureren Cremes sein.

Produkte: Neben BPO-Produkten wie Cordes 5% kann bspw. auch Benzaknen 10 Gel von Galderma genutzt werden.

Peelings für den Rücken

Selbstverständlich können auch (Fruchtsäure-)Peelings ausprobiert werden. Bei der Aknebehandlung werden insbesondere Alpha-Hydroxy-Säuren (AHA’s), wie Glykol-, Milch-, Zitronen-, Apfel-, Mandel-, Weinsäure (=Fruchtsäuren bis 10/15%) oder Beta-Hydroxy-Säuren (BHA), wie die Salicylsäure (übliche Konzentration in normalen Produkten 0,5-2%), angewendet. Von diesen Säuren sind jedoch nur bestimmte Stärken auch frei, also ohne Rezept, erhältlich bzw. durch die eigene Person anwendbar. Die frei erhältliche Zeniac LP Forte enthält zum Beispiel 5% Mandelsäure, 4% Weinsäure, 1% Salicylsäure und 6,3% Ammoniumlactat. Bei den Fruchtsäuren empfiehlt sich am besten erstmal die Erprobung mit leichteren Peelings, wie der Cleanance MASK Peeling-Maske von Avene.

Hinweis: Bei längerer Behandlung mit Salizylsäure ist darauf zu achten, dass diese Säure vom Organismus aufgenommen wird und zu Schäden an den Nieren, dem zentralen Nervensystem und dem Magen-Darm-Bereich führen kann. Eine längere Behandlung auf großen Körperflächen mit hohen Konzentrationen der Säure sind also nicht ratsam.

Differin

Differin Gel wird ebenso bei der lokalen Therapie bei Akne vulgaris (A. comedonica, A. papulopustulosa) angewendet. Dabei geht es um leichte und mittlere Formen der Akne. Im Gegegnsatz zu BPO kommt es hier zu keiner Bleichwirkung, sodass es für die Behandlung des Rückens in diesem Fall besser geeignet sein kann. Wirkstoff vom Differin Gel ist Adapalen, ein “Retinoid der dritten Generation”. Es wirkt hauptsächlich komedolytisch (porenöffnend). Die Wirksamkeit wird nach einigen Berichten aber nicht so hoch wie bei BPO eingschätzt, trotzdem ruhig mal ausprobieren!

Skinoren Gel

Skinoren 15% Gel ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Akne und zur äußerlichen Behandlung der papulopustulösen Rosazea (Hauterkrankungen mit Pustel- oder Knötchenbildung). Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Azelainsäure. Zusätzlich zur antimikrobiellen Wirkung hat Azelainsäure auch eine antikomedogene und hornhautlösende (keratolytische) Wirkkomponente. Es ist somit eine Alternative zum BPO und sollte ausprobiert werden, wenn bestimmte Gründe gegen BPO sprechen sollten. Auch hier soll ein Kontakt mit Schleimhäuten und den Augenpartien vermieden werden. Im Gegensatz zu BPO ist das Skinoren Gel jedoch verschreibungspflichtig!

Exfoliac Gel oder Papulex (Wirkstoff Nicotinamid)

Papulex Gel wird zur äußeren Anwendung auf der Haut bei zu Akne neigender Haut und Haarbalgentzündungen angewendet. Der Wirkstoff Nicotinamid (4%), auch Vitamin B3 genannt, kommt normalerweise in kleinen Mengen in den oberen Hautschichten vor und begegnet diesem komplex gestalteten Entzündungsprozess ohne unerwünschte Folgen. Papulex Gel wirkt entzündungshemmend, stabilisierend auf die Hautbarriere und verbessernd auf das Hautbild. Papulex Gel ist nicht verschreibungspflichtig. Exfoliac Gel beinhaltet den gleichen Wirkstoff und verspricht die bakterielle Vermehrung auf der Haut zu hemmen. Auch hier gilt es, ausprobieren.

Calendula, Manuka Öl und Zinksalbe

Mit der Kombination Calendula Essenz und Zinksalbe fahre ich persönlich sehr gut. Zunächst wird die Haut mit der Essenz behandelt, diese wirkt gegen Entzündungen, anschließend wird Zinksalbe (Zinksalbe Lichtenstein) aufgetragen. Auf besonders dicke Brummer kann reines Manuka-Öl aufgetragen werden, Patienten berichten hier von sehr guter Wirksamkeit.

Fazit zur Akne-Rücken-Behandlung

Auf dem Markt gibt es mehrere herkömmliche Produkte, die man auch für den Rücken-, Brust- und Schulterbereich ausprobieren sollte. Je nach Typ sind verschiedene Sachen wirksam, sodass man leider nicht drumrum kommt, mehrere Mittel/Medikamente auszuprobieren und zu testen.

Lebensmittelunverträglichkeit und Akne

9. September 2008 · Ernährung · 8 Kommentare ·

Auch wenn ein Zusammenhang von Ernährung und Akne in mehreren Studien nicht eindeutig belegt werden konnte, ist eine Ernährungsumstellung eine Sache, die man ausprobieren sollte. Insbesondere, wenn die Akne über die Pubertät hinausgeht und man damit ein Anzeichen hat, das es nicht an den Hormonen bzw. der Hormonumstellung liegen kann. Ein Lebensmittel-Unverträglichkeits-Test gibt Auskunft darüber, gegen welche Lebensmittel man intolerant ist, also wo eine Nahrungsmittelunverträglichkeit besteht. Anzeichen einer solchen Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Substanzen in Lebensmittel sind bspw. Durchfallerkrankungen, Blähungen oder Hautausschläge bzw. Akne.

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit © Rui Santos / Bigstock.com

Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder – intoleranzen sind so genannte pseudoallergische Reaktionen. Heute leidet jeder fünfte Europäer unter einer Lebensmittelunverträglichkeit. Das Problem: Jeder reagiert anders auf Lebensmittel, jede Nahrungsmittelunverträglichkeit ist also individuell. Für die Betroffenen birgt das jahrelange Detektiv-Arbeit und eine enorme Umstellung des Alltags mit sich. Besonders weit verbreitet sind Intoleranzen gegen Lactose, Fructose und Histamin.

Lebensmittelunverträglichkeitstest

Einen Lebensmittelunverträglichkeitstest führt ein Arzt bzw. Allergologe durch, indem er eine Blutprobe des Patienten entnimmt und diese anschließend im Labor untersucht wird. Ein solcher Nahrungsmittelunverträglichkeitstest mit anschließender Beratung kostet etwa 150-250 Euro. Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Vorher aber eine Überweisung für den Hautarzt holen!

Neben Bluttests und Hauttests werden Diäten und Provokationstest, gemeint ist die bewusste Einnahme des verdächtigen Nahrungsmittels unter Aufsicht eines Arztes, durchgeführt. Zur Klärung der Diagnose ist es für die Betroffenen sinnvoll und hilfreich, ein Tagebuch zu führen, in dem alle Ess- und Trinkgewohnheiten, Medikamenteneinnahmen sowie alle auftretenden Symptome festgehalten werden.

Was tun bei Lebensmittelunvertäglichkeit?

Als erstes sollte man die entsprechenden Substanzen meiden (Karenzkost). Zudem sollte man keine Nahrungsmittel zu sich nehmen, wenn man nicht ganz genau weiß, was dieses alles für Inhaltsstoffe hat (bspw. bei Fertiggerichten). Wichtig ist bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ein Diätplan, der durch einen Ernährungsexperten (Ernährungsberater, Oecotrophologen, Allergologe, Ernährungsmediziner) erstellt wurde.

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